Nach al-Qaida-Video Bush will sich nicht einschüchtern lassen

George W. Bush gibt sich von der neuen Videobotschaft al-Qaidas unbeeindruckt. "Wir werden den Job im Irak erledigen", kündigte der US-Präsident an. Terrorchef Aiman al-Sawahiri hatte gedroht, das Land zu einem zweiten Vietnam zu machen.


Bush: "Wir werden Kurs halten"
AP

Bush: "Wir werden Kurs halten"

Crawford - Die Erklärung Sawahiris mache deutlich, warum die USA den Terrorismus bekämpften, sagte Bush auf seiner Ranch in Texas. "Es sind Mörder, die Unschuldige töten, um ihre düstere Vision der Welt zu verbreiten." Falls die Terroristen glaubten, sie könnten im Mittleren Osten überleben, würden sie die USA jedoch unterschätzen. "Wir werden Kurs halten, wir werden den Job im Irak erledigen", kündigte Bush an.

In einer vom arabischen TV-Sender Al-Dschasira ausgestrahlten Videobotschaft hatte Sawahiri, der Stellvertreter von Osama Bin Laden, damit gedroht, al Qaida werde so hart zuschlagen, dass die Gräuel von Vietnam darüber in Vergessenheit gerieten. Er warf Bush, Außenministerin Condoleezza Rice und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld vor, ihr Volk zu belügen. Es gebe keinen Ausweg außer einem sofortigen Abzug. "Wenn ihr heute nicht geht, werdet ihr sicherlich morgen gehen, und nach Zehntausenden von Toten."

Sawahiri-Video: "Zehntausende von Toten"
AFP/ DSK

Sawahiri-Video: "Zehntausende von Toten"

Die US-Streitkräfte mussten in den vergangenen Tagen außergewöhnlich hohe Verluste im Irak hinnehmen. Bei Gefechten im Westen des Landes kamen seit Montag mindestens 24 Soldaten ums Leben. Am Mittwochabend wurden bei der Explosion einer am Straßenrand versteckten Bombe in Bagdad außerdem drei amerikanische Soldaten getötet.

Rumsfeld rechtfertigte unterdessen die US-Militäreinsätze im Irak und in Afghanistan. Die Vermutung, die Anschläge in London seien eine Vergeltung für den Irak-Krieg, seien "Unsinn", sagte der amerikanische Verteidigungsminister. "Einige Menschen sind sich offenbar über die Absichten der Terroristen im Unklaren", sagte er in einer Rede vor dem Rat für auswärtige Politik in Los Angeles. Die Theorie, es gebe eine wirkliche Verbindung zum Irak oder zu der "so genannten Besetzung Afghanistans" sei unglaubwürdig.

Der einzige Weg, gegen Terroristen zu kämpfen, sei, "sie dort zu suchen, wo sie sind", sagte Rumsfeld. Ein Datum für einen Truppenabzug aus dem Irak nannte er nicht, deutete allerdings an, dass dieser in Reichweite sei. "Wenn das Land sicher in den Händen der Iraker liegt und eine Regierung auf Grundlage einer neuen Verfassung gewählt ist, werden unsere Soldaten zurückkehren können."

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