Nach blutiger Anschlagsserie Israel droht Hamas mit Bodenoffensive

Die Gewalt im Nahen Osten droht nach der Anschlagsserie auf einer Autobahn zu eskalieren: Israel hat eine Serie von Luftangriffen über dem Gaza-Streifen geflogen - Gaza reagierte mit Granaten und Raketen. Jetzt droht die israelische Armee der Hamas mit Bodentruppen.

Tel Aviv/Gaza - Die tödlichen Anschläge im Süden Israels haben zu einer neuen Serie der Gewalt im Nahen Osten geführt. Nach Luftangriffen auf den Gaza-Streifen drohte der israelische Armeesprecher Joaw Mordechai am Freitag mit einer Bodenoffensive.

"Wenn die Hamas eine Eskalation will, dann wird sie einen hohen Preis zahlen", sagte Mordechai am Freitag nach der Anschlagsserie nahe des südisraelischen Badeorts Eilat vom Vortag. Es stünden "alle Optionen" offen, auch eine Bodenoffensive, sagte er.

Israel macht radikale Palästinenser für die Anschläge verantwortlich, bei der acht Israelis getötet worden waren. Kurz nach den Anschlägen hatte Israel Luftangriffe auf den von der Hamas kontrollierten Gaza-Streifen geflogen und dabei sechs Palästinenser getötet. Nach Angaben von Rettungskräften stieg die Zahl der Opfer im Gazastreifen am Freitagabend auf 13.

Unter den Toten sollen sich auch zwei führende Mitglieder des palästinensischen Volkswiderstandskomitees (PRC) befinden, einer bewaffneten Palästinensergruppe, die von Israel direkt für die Anschläge verantwortlich gemacht wird. Die Gruppe kündigte Vergeltungsmaßnahmen an. Ein Sprecher sagte aber, die Gruppe stehe nicht hinter den Anschlägen vom Donnerstag. Gleichwohl werde der Angriff "begrüßt".

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte Medienberichten zufolge, die bisherigen Angriffe und die Tötung der PRC-Mitglieder seien nur der Anfang der israelischen Reaktion auf die Anschläge im Süden des Landes.

Nach Angaben der israelischen Armee wurden in der Nacht insgesamt rund 30 Raketen und Granaten vom Gaza-Streifen aus auf Israel abgefeuert. Zehn Israelis wurden Medienberichten zufolge verletzt, zwei von ihnen schwer.

Deutsche Reisewarnung für Gaza und Grenzgebiet

Zu den Umständen des Todes von mindestens drei ägyptischen Polizisten gab es widersprüchliche Angaben. Wie die ägyptische Nachrichtenagentur Mena berichtete, starben sie am Donnerstag, als ein israelischer Kampfhubschrauber eine Rakete auf mutmaßliche palästinensische Extremisten abfeuerte. Der Zeitung "El Ahram" zufolge wurden sie von bewaffneten Männern getötet, die versuchten, von Israel aus nach Ägypten einzudringen. Aus Sicherheitskreisen hieß es, am Donnerstag und Freitag seien insgesamt sechs Polizisten getötet worden.

Ägypten kritisierte Israel für den Tod der Polizisten und forderte eine Untersuchung, wie das Staatsfernsehen berichtete. Ägyptens Generalstabschef Sami Anan wollte nach Armeeangaben in den Sinai reisen, um Informationen zum Tod der Beamten zu erhalten.

Das Auswärtige Amt in Berlin gab einen neuen Reisehinweis für Israel und die Palästinensergebiete heraus. Vor Reisen in den Gaza-Streifen werde dringend gewarnt, zudem werde von Aufenthalten im israelischen Grenzgebiet zum Gaza-Streifen abgeraten, hieß es darin.

amz/dpa/AFP
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