Terroranschläge in China Konflikt mit den Uiguren wird immer brutaler

Chinas Führung kündigt an, hart gegen uigurische Terroristen losschlagen zu wollen. Bei einem Bombenanschlag in der Stadt Ürümqi waren am Donnerstagmorgen mehr als 30 Menschen umgekommen.

AP

Von , Neu-Delhi


Die Täter schlugen frühmorgens zu, auf einem Straßenmarkt mitten in Ürümqi. Sie steuerten zwei Geländewagen in die Menge der Marktbesucher. Aus einem der Autos, so meldete es die Staatsagentur Xinhua, seien Sprengsätze geworfen worden. Eines der Fahrzeuge sei explodiert. Was aus den Attentätern wurde, berichtete Xinhua nicht.

Ürümqi, eine schnell wachsende Großstadt mit dreieinhalb Millionen Einwohnern im Nordwesten Chinas, wird seit langem immer wieder von Gewalttaten erschüttert. An diesem Donnerstag kamen 31 Menschen ums Leben.

Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hat ein hartes Durchgreifen gegen Terroristen angekündigt. Seine Regierung werde die Stabilität mit allen Mitteln sichern, sagte Xi.

Die Patrouillen und Kotrollen in Ürümqi sollen verstärkt werden. Xi rief die lokalen Behörden auf, die "Hintergründe des Verbrechens möglichst schnell aufzuklären". Im Klartext heißt das, die Polizei wird jeden verhaften, den sie für einen Aktivisten für die uigurische Sache hält. Der Chef der Behörde für Innere Sicherheit, Meng Jianzhu, kündigte an, hart gegen die "Arroganz von Terroristen" vorgehen zu wollen.

Die Uiguren sind Minderheit in ihrem eigenen Land

Die Uiguren, ein in den Steppen, Wüsten und Graslandschaften Zentralasiens lebendes, mehrheitlich muslimisches Turkvolk, herrschten einst über ein Großreich. Nach der Machtübernahme der Kommunisten 1949 verleibte sich Peking die Region ein. Um seine Kontrolle über die Provinz zu sichern, wurden seit den Fünfzigerjahren massenhaft Angehörige der größten chinesischen Bevölkerungsgruppe, den Han-Chinesen, in Xinjiang angesiedelt. Heute sind die Uiguren die Minderheit in ihrem eigenen Land. Viele von ihnen sind verärgert, dass die Einnahmen aus den reichen Rohstoffvorkommen der Provinz vor allem in deren Norden fließen. Dort leben besonders viele Zuwanderern aus Zentralchina.

Teufelskreis der Gewalt

Die harten Maßnahmen, mit denen Peking die Uiguren im Zaum zu halten versucht, haben immer wieder Racheakte ausgelöst. Im Jahr 2009 waren bei besonders schweren Ausschreitungen fast 200 Menschen getötet worden. Seit Anfang 2013 sind rund 300 Menschen bei Zusammenstößen von Polizei und Uiguren ums Leben gekommen, berichten Menschenrechtler. Experten fürchten einen Teufelskreis der Gewalt, wenn die Staatsmacht jetzt mit aller Macht zuschlägt.

Damit ist leider zu rechnen: Erst am Mittwoch hatte ein Gericht in Xinjiang 39 Uiguren wegen Terrorismus zu Haftstrafen von bis zu 15 Jahren verurteilt.



insgesamt 81 Beiträge
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markus2014 22.05.2014
1. traurig
China macht was sie will
mobolo 22.05.2014
2. Das Uighuren-Gebiet (Xinjiang)
Zitat von sysopAPChinas Führung kündigt an, hart gegen uigurische Terroristen losschlagen zu wollen. Bei einem Bombenanschlag in der Stadt Ürümqi waren am Donnerstagmorgen mehr als 30 Menschen umgekommen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/nach-dem-anschlag-geht-china-gegen-uiguren-vor-a-971133.html
Das "Uighuren-Gebiet" wurde nicht 1949 von China einverleibt sondern gehört seit mehr als 1.400 Jahren zum chinesischen Einflussbereich und bereits in der Tang-Dynastie zum Staatsgebiet. Aber willkommen mal wieder zum fröhlichen ahnungslosen China-Bashing... Es wäre schön, wenn mal ein vernünftiger Artikel zu den 50 Minderheiten in China (und deren z.T. erhebliche Privilegierung gegenüber Han-Chinesen) gebracht würde. Die Opfer tun mir leid, ob nun Han-Chinesen oder nicht
vulcan 22.05.2014
3.
Zitat von moboloDas "Uighuren-Gebiet" wurde nicht 1949 von China einverleibt sondern gehört seit mehr als 1.400 Jahren zum chinesischen Einflussbereich und bereits in der Tang-Dynastie zum Staatsgebiet. Aber willkommen mal wieder zum fröhlichen ahnungslosen China-Bashing... Es wäre schön, wenn mal ein vernünftiger Artikel zu den 50 Minderheiten in China (und deren z.T. erhebliche Privilegierung gegenüber Han-Chinesen) gebracht würde. Die Opfer tun mir leid, ob nun Han-Chinesen oder nicht
Wie auch immer die Lage und die Konflikte - Terroranschläge gehen gar nicht.
PeterT 22.05.2014
4. Überall wo sich Moslems ausbreiten.
....fühlen die sich unterdrückt. Sie bekamen bereits in Indien ein eigenes Reich, Pakistan, weil es keiner mit ihnen aushielt. Auch Gandhi war verzweifelt. Bitte nach dem Zitat googeln... So, jetzt haben sie einen eigenen Staat. Und? Geht´s da friedlich zu? Leute, lest doch den Koran. Hört auf die Islamabtrünnigen. Die wissen Bescheid. Der Islamist der Wahnsinn.
polarwolf14 22.05.2014
5. Amüsant
wie die Europäer ihre eigene Identität als Witz ansehen, bzw. verleugnen wollen, aber den Uiguren und Palästinensern unbedingt Nationalstolz und Land herbei wünschen. Seltsam, oder
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