Nach Entführung in Pakistan Britischer Rot-Kreuz-Mitarbeiter enthauptet aufgefunden

Vor vier Monaten wurde ein 60-jähriger Mitarbeiter des Roten Kreuzes in Pakistan verschleppt. Nun wurde die Leiche des Briten gefunden. Radikale Islamisten sollen den Mann enthauptet haben.

Quetta - Knapp vier Monate nach seiner Entführung in Pakistan ist ein britischer Mitarbeiter des Roten Kreuzes am Sonntag tot aufgefunden worden. Der 60-jährige Mann wurde enthauptet, wie die Polizei mitteilte. Zu der Tat bekannte sich die radikalislamische Gruppe Tehreek-e-Taliban.

Die verstümmelte Leiche des Briten wurde den Angaben zufolge in einem Sack auf einer Obstplantage nahe Quetta in der südwestlichen Unruheprovinz Belutschistan gefunden. Beigefügt war ein Bekennerschreiben der Tehreek-e-Taliban, die die Tat damit begründeten, dass ihre Forderungen nicht erfüllt worden seien. Aus Ermittlerkreisen verlautete, dass die Entführer 30 Millionen Dollar (22,6 Millionen Euro) Lösegeld gefordert hatten. Die Gruppe kündigte in dem Schreiben zudem an, bald ein Video der Enthauptung zu veröffentlichen.

Der Mann war am 5. Januar in Quetta verschleppt worden, als er sich in einem Rot-Kreuz-Fahrzeug auf dem Heimweg befand. Der britische Muslim leitete in der Provinzhauptstadt ein Gesundheitsprogramm und galt nach Angaben seines Arbeitgebers als erfahrener Mitarbeiter. Er hatte zuvor unter anderem in Somalia, Afghanistan und dem Irak gearbeitet. In der armen, unruhigen Provinz an der Grenze zu Iran und Afghanistan gibt es immer wieder Entführungen, dort sind sowohl Separatisten als auch islamische Extremisten aktiv.

Der Generaldirektor des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Yves Daccord, verurteilte den Mord und sprach den Angehörigen des Opfers sein Mitgefühl aus. IKRK-Sprecher Hicham Hassan erklärte, die Organisation sei mehrfach mit den Entführern in Kontakt gewesen. Der britische Außenminister William Hague sprach von einem "grausamen und sinnlosen" Mord. Auch die pakistanische Regierung verurteilte den "barbarischen Akt" und kündigte an, die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.

phw/AFP/Reuters/dpa
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