Nach Irak-Abzug US-Truppen am Persischen Golf werden verstärkt

Aus dem Irak will das US-Militär zügig abziehen. Im Gegenzug wird offenbar das Kontingent am Persischen Golf aufgestockt. Laut "New York Times" sollen Truppen vor allem in Kuwait stationiert werden - in Schlagdistanz unter anderem zu Iran.

Abtransport von US-Militäreinheiten (im Irak): Schon bald in Kuwait?
DPA

Abtransport von US-Militäreinheiten (im Irak): Schon bald in Kuwait?


Washington - Der Abzug der US-Einheiten aus dem Irak läuft mit Hochdruck. Doch anderswo am Persischen Golf ist laut "New York Times" eine deutliche Erhöhung der Truppenstärke geplant. US-Präsident Barack Obama könnte unter anderem zusätzliche Kampftruppen nach Kuwait schicken. So wäre man auf eine Konfrontation mit dem Iran oder ein Sicherheits-Chaos im Irak vorbereitet, wie die Zeitung am Sonntag meldete.

Obama hatte angekündigt, nach gut acht Jahren Krieg alle US-Soldaten bis Jahresende aus dem Irak heimzuholen. Allerdings wird eine Instabilität in der Region als Folge des Abzugs befürchtet.

Die US-Regierung erwäge überdies, zusätzliche Kriegsschiffe in den Persischen Golf zu entsenden, meldete die Zeitung unter Berufung auf Militärs und Diplomaten weiter. Washington wolle auch die militärische Kooperation mit den im Golf-Kooperationsrat (GCC) zusammengeschlossenen Ölstaaten Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Katar, Kuwait und Oman stärken. Über den Umfang der Kampftruppen in Kuwait werde derzeit noch verhandelt.

jok/dpa-AFX



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Seite 1
Rodri 30.10.2011
1. ...
Jetzt soll mir auch nur ein einziger Forist sagen, das man das nicht schon vorher wusste, dass das passieren würde. Alles was in Irak, Libyen und Afghanistan frei wird, ist dazu da den Iran zu überfallen und zu vernichten !
BurnOut_Generation 30.10.2011
2. wie jetzt
Zitat von RodriJetzt soll mir auch nur ein einziger Forist sagen, das man das nicht schon vorher wusste, dass das passieren würde. Alles was in Irak, Libyen und Afghanistan frei wird, ist dazu da den Iran zu überfallen und zu vernichten !
Wie können Sie sowas sagen.....Irgendwo auf der Welt gibt es Menschen die nur darauf warten befreit zu werden... Und Öl oder Geo-Politische Interessen hat nichts damit zu tun...Wir wollen den Menschen endlich die Freiheit schenken und die Ressourcen dieser Länder wollen wir auch...und darum setzen wir "unseren" Diktator an die Macht...die anderen sind alt geworden...Ben Ali,Mubarak,Gaddafi....noch Fragen? Alles für die Freiheit.
glücklicher südtiroler 30.10.2011
3. Abzug...
Zitat von RodriJetzt soll mir auch nur ein einziger Forist sagen, das man das nicht schon vorher wusste, dass das passieren würde. Alles was in Irak, Libyen und Afghanistan frei wird, ist dazu da den Iran zu überfallen und zu vernichten !
Achwas... Es genügt allein schon die Präsenz... In NO gibt es für die Amerikaner zwei wichtige Verbündete bzw. Interessen, Israel und Saudi Arabien. Der Iran weis, daß er bei einem Zugriff auf das andere Ufer des Persischen Golfs mit massivsten Konsequenzen rechnen muß. Die USA haben im Gegensatz zu Saudi Arabien oder Israel kein großes Problem mit der Iranischen Aufrüstung. Den USA hat der Iran so und anders wenig bis nichts entgegenzusetzen und ein starker Iran fördert wiederum die Angst in der NO-Region, und damit die Abhängigkeit der Saudis von den USA... ;) Viele Grüße...
JDR 30.10.2011
4. ...
Zitat von glücklicher südtirolerAchwas... Es genügt allein schon die Präsenz... In NO gibt es für die Amerikaner zwei wichtige Verbündete bzw. Interessen, Israel und Saudi Arabien. Der Iran weis, daß er bei einem Zugriff auf das andere Ufer des Persischen Golfs mit massivsten Konsequenzen rechnen muß. Die USA haben im Gegensatz zu Saudi Arabien oder Israel kein großes Problem mit der Iranischen Aufrüstung. Den USA hat der Iran so und anders wenig bis nichts entgegenzusetzen und ein starker Iran fördert wiederum die Angst in der NO-Region, und damit die Abhängigkeit der Saudis von den USA... ;) Viele Grüße...
Manches kann man durchaus so sehen. Dennoch ist die neue Aufstellung wesentlich günstiger für die Vereinigten Staaten von Amerika, wenn sie einen auf Distanz ausgelegten Konflikt mit der IRI zu führen gezwungen sein sollten. Die Positionen im Iraq hätten de facto in Feindesland gelegen und wären für ausreichend groß angelegte Bodenoffensiven der Streitkräfte der IRI leicht erreichbar gewesen. Dies hätte starke Verbände gebunden, um die eingeschlossenen zu unterstützen und vermutlich schwere Verluste bedeutet. Nach der Neugruppierung müssten die iranischen Streitkräfte einen von Streitkräften der Vereinigten Staaten von Amerika freien Irak queren, was eine unprovozierte Verletzung von dessen Souveränität bedeuten würde. Zudem brauchen die Koalitionskräfte sich nicht um eine Verteidigung "in der Fläche" von eingeschlossenen Truppen zu bemühen, sondern können Angriffsspitzen gezielt vernichten. Die See- und Lufthoheit der Vereinigten Staaten von Amerika und ihrer Verbündeten dagegen würde Operationen entlang der gesamten Küste der IRI und Angriffe im Kernland ermöglichen. Zwar gibt es hier Taktiken, welche zu schweren Verlusten der Koalitionskräfte führen könnten, aber die müssen ja nicht erläutert werden. Zu gewinnen jedenfalls wäre ein solcher Konflikt für die IRI nicht. Es mag sein, dass das iranische Regime glaubt, mit dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte einen Sieg errungen zu haben - intern muss man dies so präsentieren, da die politische Führung zunehmend versagt und politisch ist die neue Situation aus iranischer Sicht auch zweifellos ein Erfolg - strategisch jedoch lädt man derzeit eine Konfrontation geradezu ein. Manchmal fragt man sich, wo die gerissenen iranischen Politiker geblieben sind, welche in der Vergangenheit all zu schroffe Klippen sicher umschifft haben. Vermutlich haben ihre Einwände gegen den derzeitigen Kurs in einem zunehmend paranoiden System dazu geführt, dass sie "mundtot" gemacht wurden.
Stauss 30.10.2011
5. Schmarren
"US-Präsident Barack Obama könnte unter anderem zusätzliche Kampftruppen nach Kuwait schicken." Kann er nicht. Hat er doch kein Geld mehr für.
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