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Angriff auf Hilfsflotte: Europaweite Demonstrationen für Gaza

Foto: BULENT KILIC/ AFP

Nach Israels Militäraktion Zehntausende protestieren gegen Gaza-Blockade

Parolen in der Downing Street, brennende Fahnen im Westjordanland: Weltweit sind am Samstag mehrere zehntausend Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die israelische Militäraktion vom Montag zu demonstrieren und sich mit den Palästinensern zu solidarisieren.

internationale Hilfsflotte

Hamburg - In Deutschland und anderen europäischen Ländern haben am Samstag Tausende Menschen gegen die israelische Blockade des Gaza-Streifens protestiert. Sie verurteilten damit zugleich den Militäreinsatz gegen eine propalästinensischer Aktivisten, bei dem am Montag neun Menschen getötet wurden.

Rund 4000 Menschen demonstrierten laut Polizeiangaben in Duisburg gegen das israelische Vorgehen. Die Kundgebung verlief den Angaben zufolge friedlich. Ebenfalls ohne Zwischenfälle verlief laut Polizei ein Protestmarsch in Nürnberg mit etwa 3500 Teilnehmern.

Israel

Palästinenser

In der türkischen Metropole Istanbul gingen bis zu 10.000 Menschen erneut auf die Straße. Die Demonstranten im Viertel Caglayan im europäischen Teil der Stadt schwenkten palästinensische Fahnen und riefen ihre Regierung dazu auf, keinen Handel mehr mit zu betreiben. In lautstarken Parolen forderten sie zudem Vergeltung für die getöteten Aktivisten; acht davon waren türkische Staatsbürger. Zu der Kundgebung hatte unter anderem die Nichtregierungsorganisation IHH aufgerufen, die auch die Hilfsaktion für die mitorganisiert hatte.

Tausende Franzosen demonstrierten in mehreren großen Städten gegen den israelischen Militäreinsatz. In Sprechchören riefen die Teilnehmer in Paris "Wir sind alle Palästinenser" und "Wir sind alle Kinder von Gaza". Im südfranzösischen Nizza gingen etwa 2000 überwiegend weißgekleidete Menschen auf die Straße. Sie forderten ein Ende der Blockade des Gaza-Streifens und gedachten der Todesopfer vom Montag.

Proteste vor David Camerons Amtssitz

Gaza-Streifen

Zehntausende versammelten sich in London vor dem Regierungssitz von Premierminister David Cameron in der Downing Street, viele von ihnen trugen T-Shirts mit Parolen wie "Free Gaza". Sie forderten die britische Regierung auf, den Druck auf Israel zu erhöhen. Anschließend marschierten sie zur israelischen Botschaft. In Dublin protestierten zudem Hunderte gegen eine erneute Militäraktion gegen ein Schiff mit Hilfsgütern für den .

Israel hatte die "Rachel Corrie" am Samstag unter seine Kontrolle gebracht und die Besatzung zur Kursänderung gezwungen. Verletzt wurde niemand, die Aktivisten an Bord leisteten keinen Widerstand. Am Montag hatten israelische Soldaten eine Hilfsflotte auf dem Weg zum Gaza-Streifen gewaltsam aufgehalten. Dabei kamen neun Menschen ums Leben.

can/apn/Reuters/AFP
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