Nach Kampf um Kobane Kurden wollen weitere strategische Stadt vom IS zurückerobern

Kobane ist befreit, jetzt planen kurdische Kämpfer die Rückeroberung einer weiteren strategischen Stadt. Laut Aktivisten handelt es sich um den Grenzort Tal Abiad.

Bewaffnete in Tal Abiad (Ende Januar): Kurden planen offenbar Angriff
AP/dpa

Bewaffnete in Tal Abiad (Ende Januar): Kurden planen offenbar Angriff


Ankara - Nach der Rückeroberung der syrischen Grenzstadt Kobane von Dschihadisten konzentrieren die kurdischen Kämpfer nach Angaben von Aktivisten ihre Kräfte nun auf eine weitere strategische Stadt. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Großbritannien mitteilte, stehe nun der "Kampf um Tal Abiad" an. Die Angaben der britischen Beobachtungsstelle sind schwer zu überprüfen.

Die arabisch und kurdisch geprägte Stadt liegt rund 65 Kilometer östlich von Kobane und ebenfalls an der Grenze zur Türkei. Sie steht derzeit unter der Kontrolle der Miliz "Islamischer Staat" (IS). Auf der türkischen Seite der Grenze liegt die Stadt Akcakale.

Kurdische Kämpfer und eine Revolutionsbrigade aus Rakka seien am Montag bereits in der gleichnamigen Provinz eingetroffen, sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Er sitzt im britischen Coventry. Seine Informationen sind von unabhängiger Seite nur schwer überprüfbar.

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Befreite Kurdenstadt: Neuanfang in Kobane
Nach Angaben eines Aktivisten namens Nael Mustafa haben Gefechte um Dörfer rund um Tal Abiad bereits begonnen. "Der Kampf wird lange dauern, aber es ist ein Anfang."

Die Dschihadisten hatten Mitte September einen Vorstoß auf Kobane gestartet. Nach monatelangen erbitterten Kämpfen gelang es den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) schließlich Ende Januar, den IS aus der Stadt zu vertreiben. Kobane ist nach den Kämpfen nahezu komplett zerstört.

fab/AFP



insgesamt 28 Beiträge
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spiegelleser861 10.02.2015
1. gute Idee
ohne die genauen Umstände zu kennen, halte ich das für keine schlechte Idee: Wenn die Kurden die Grenzorte kontrollieren, könnten Sie die IS von der Hilfe über und durch die Türkei abschneiden. Die Türkei ist zwar angeblich unser Nato-Partner, aber tatsächlich dürfte die Türkei inzwischen der wichtigste Partner der IS sein...
Meconopsis 10.02.2015
2. Das alte Kobane gibt es nicht mehr
Wenn man sieht, wie Kobane nach den Kämpfen aussieht, dann fragt man sich, was das alles gebracht hat. Dem IS wurden Verluste zugefügt, ihm wurden Grenzen aufgezeigt, aber das ist auch alles - nicht mehr als ein symbolischer Erfolg. Und ohne die Bombardements der Anti-IS-Allianz undenkbar (sind die etwa mit verantwortlich für die vielen in Trümmer liegenden Häuser ?). Die Verluste der Kurden waren auch hoch, und es stellt sich die Frage, ob in dieser Stadt überhaupt noch jemand leben will. Die IS-Kämpfer können im übrigen auch wieder zurückkommen. Warum das alles gleich wieder aufbauen ? Die Lage ist ja nicht stabil. Und jetzt soll offenbar die nächste Stadt in Schutt und Asche gelegt werden. Dann haben die Kurden wieder einen Sieg errungen. Aber zu welchem Preis ?
menton 10.02.2015
3.
ist doch wohl das falsche Wort. Kobane ist vollkommen zerstört und ein weiterer Kampf um diese ehemalige Stadt ist daher schlicht sinnlos geworden. Inwieweit die so tapferen Peshmerga den "Sieg" errungen haben oder letztlich ein schlichter Rückzug der IS aufgrund eines augenscheinlich gewordenen Kosten-Nutzen Missverhältnisses erfolgte, kann doch hier überhaupt niemand beurteilen. Dass die Peshmerga sich so oder so als Sieger feiern lassen, verwundert demgegenüber nicht.
docker 10.02.2015
4. Dank an Spiegelonline
Dank an Spon für die stetige Berichterstattung zu Kobane und Rojava. Die Kurden kämpfen für uns alle. Wir müssen sie in ihrem Kampf gegen die IS-Banden mit weiterhin unterstützen und für den Wiederaufbau von Kobane Geld zur Verfügung stellen - auch mit euren Spenden liebe Mitforisten.
boheme02 10.02.2015
5. YPG ist gerade in der Offensive!
Diese Nachricht um Til Ebyad stimmt!! Der IS und Unterstützer dieser Verbrecher sind gestern Nacht zum Teil in die Türkei geflohen! Die Türkei und Erdogan sind ziemlich verstimmt. Die Spiele gegen die Kurden sind vollends gescheitert! Die Kurden sind und bleiben die einzige säkulare Macht!
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