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Nach Kritik der First Lady Trumps Vize-Sicherheitsberaterin verliert ihren Posten

Donald Trumps stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin Mira Ricardel wird das Weiße Haus verlassen und eine neue Aufgabe in der Regierung erhalten. Zuvor hatte die First Lady ihre Entlassung gefordert.

In den USA ist die stellvertretende Nationale Sicherheitsberaterin Mira Ricardel ihres Postens enthoben worden. "Mira Ricardel wird den Präsidenten weiterhin unterstützen, während sie das Weiße Haus verlässt und in eine neue Rolle innerhalb der Regierung wechselt", erklärte die Sprecherin von US-Präsident Donald Trump. Einzelheiten dazu, wie genau Ricardels neue Rolle aussehen wird oder wer ihr im Amt nachfolgen soll, nannte Sarah Sanders nicht.

Nur kurz zuvor hatte Melania Trump über ihre Sprecherin öffentlich erklären lassen, Ricardel verdiene es nicht mehr, für den Präsidenten zu arbeiten: "Es ist die Haltung des Büros der First Lady, dass sie nicht länger die Ehre verdient, im Weißen Haus zu dienen", hieß es in der Erklärung vom Dienstag. Dass sich die First Lady in wichtige Personalfragen einmischt, gilt als höchst ungewöhnlich.

Wie unter anderem CNN und das "Wall Street Journal" berichten, soll Ricardel während Melania Trumps Afrikareise im Oktober mit Mitarbeitern der First Lady aneinandergeraten sein. Außerdem soll sie verdächtigt werden, negative Geschichten über die Präsidentengattin in Umlauf gebracht zu haben.

Die frühere Boeing-Managerin Ricardel gehörte dem Wahlkampfteam von Donald Trump an und wurde Anfang des Jahres von Sicherheitsberater John Bolton persönlich ausgesucht, seine Stellvertreterin zu werden. Sie gilt als seine enge Vertraute.

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Foto: Luis Echeverria/ REUTERS

Derzeit müssen mehrere hochrangige Regierungsvertreter um ihre Jobs bangen. Trump hatte erst vor wenigen Tagen, kurz nach den US-Kongresswahlen, seinen Justizminister Jeff Sessions aus dem Amt gedrängt. US-Medien zufolge gelten als weitere Wackelkandidaten innerhalb der Regierung derzeit vor allem Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen und der Stabschef im Weißen Haus, John Kelly.

aar/Reuters/AFP
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