Nach Mordanschlag Scharon kündigt "bitteren Krieg" an

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hat Jassir Arafat persönlich für den Mordanschlag auf Rechawam Seewi verantwortlich gemacht. Palästinensische Extremisten hatten in Jerusalem auf den israelischen Tourismusminister geschossen.


Seewi hatte am Montag sein Ministeramt niedergelegt
AFP

Seewi hatte am Montag sein Ministeramt niedergelegt

Jerusalem - Arafat habe "keinen einzigen Schritt" gegen radikale palästinensische Gruppen unternommen, sagte Scharon während einer Trauersitzung im israelischen Parlament. "Die Verantwortung liegt ganz bei Arafat", rief er.

Nun werde man einen "bitteren Krieg" gegen den Terrorismus führen, sagte Scharon. "Wir wollen Frieden mit dem palästinensischen Volk, aber mit dem Terror werden wir uns nicht abfinden".

Die radikale Gruppe Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) hatte sich zu dem Attentat auf Seewi bekannt. Sie wolle damit die Liquidierung des PFLP-Führers Abu Ali Mustafa durch die israelische Armee Ende August in Ramallah rächen.

Ariel Scharon
DPA

Ariel Scharon

Nach Polizeiangaben trafen die Schüsse Seewi in den Kopf. Der oder die Täter feuerten nach ersten Angaben auf den über 70-Jährigen, als dieser am Morgen sein Zimmer im Hyatt-Hotel an der Grenzlinie zu Ost-Jerusalem verlassen wollte. Er wurde sofort in ein Krankenhaus gebracht. Drei Schüsse hätten ihn in Kopf und Hals getroffen. Nur wenige Stunden darauf erlag Seewi seinen Verletzungen.

Seewi gehörte dem israelischen Rechtsblock aus Nationaler Einheit und Israel Beiteinu an, der am Montag seinen Austritt aus der Koalitionsregierung des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon erklärt hatte. Wirksam wird der Rücktritt erst heute Nachmittag. Damit protestierte der Rechtsblock gegen die Lockerung der Sanktionen gegenüber den Palästinensern.



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