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13. August 2003, 10:36 Uhr

Nach neuen Selbstmordattentaten

USA machen Druck auf Palästinenser

Die USA haben die jüngsten Anschläge gegen Israelis scharf verurteilt. Gleichzeitig hieß es, die Friedensbemühungen würden dadurch nicht unterbrochen. "Wir lassen uns von Bomben nicht aufhalten", sagte Außenmininister Colin Powell.



Bei den beiden Selbstmordattentaten waren am Dienstag zwei Menschen getötet worden
REUTERS

Bei den beiden Selbstmordattentaten waren am Dienstag zwei Menschen getötet worden

Washington - Der Traum eines friedlichen Nebeneinanders zwischen dem israelischen und einem künftigen palästinensischen Staat sei ohne die Beendigung von Terror und Gewalt nicht vorstellbar sei. Die USA hielten aber an ihren Friedensbemühungen weiter fest, sagte der Außenminister am Dienstag bei einem Empfang für israelische und arabische Kinder im Außenministerium in Washington.

Ein Friedensvertrag zwischen Israel und den Palästinensern werde jedoch solange unerreichbar sein, solange die Gewalt und die Gegengewalt nicht aufhöre. Die Regierung erhöht nun den Druck auf die Palästinensische Autonomiebehörde. "Die Auflösung des Terrornetzwerks hat sehr hohe Priorität, höchste Priorität", erklärte das Weiße Haus am Dienstag.

Auch der stellvertretende Außenamtssprecher Philip Reeker forderte die Palästinenser auf, einem Ende des Terrors Vorrang einzuräumen. "Dies muss ein Ende haben", sagte Reeker. Es gebe keine Entschuldigung für die Anschläge, denen das israelische Volk ausgesetzt sei. Im Laufe des Mittwoch soll der stellvertretende amerikanische Außenminister William Burns in Jordanien mit dem palästinensischen Ministerpräsidenten Mahmud Abbas zusammentreffen.

Bei den Selbstmordanschlägen in einem Einkaufszentrum bei Tel Aviv sowie in der jüdischen Siedlung Ariel im Westjordanland wurden am Dienstag zwei Israelis getötet und elf weitere verletzt. Die beiden jeweils 17-jährigen Attentäter wurden ebenfalls getötet. Zu den Anschlägen bekannten sich die Hamas und die Al-Aksa-Brigaden. Israel setzte als Reaktion die Freilassung palästinensischer Häftlinge aus.

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