Nach Zusammenbruch Berlusconi verlässt Klinik

Der frühere italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi wird nach seinem Schwächeanfall aus dem Krankenhaus entlassen. Am Wochenende will er schon wieder Wahlkampf für seine Partei Forza Italia machen.


Mailand - Das teilte der Herzspezialist Alberto Zangrillo vom Mailänder San-Raffaele-Krankenhaus mit. Der 70-jährige Berlusconi habe in seinem Privatzimmer gearbeitet und Besucher empfangen.

Die Nachrichtenagentur ANSA berichtete, Berlusconi habe seiner Partei Forza Italia zugesichert, am Samstag bei einer Kundgebung gegen die Regierung seines Nachfolgers Romano Prodi in Rom dabei zu sein. Berlusconi war am Sonntag während einer Rede auf dem Podium zusammengebrochen. Seinem Arzt zufolge erlitt der Politiker und Geschäftsmann einen plötzlichen Abfall seines Blutdrucks und war kurzzeitig ohnmächtig.

Berlusconi sank zu Boden und wurde hinter die Bühne zu seinem Leibarzt gebracht. Bis ein Notarztwagen kam, hatte er sich aber offenbar wieder etwas erholt und winkte stehend Anhängern zu, die ihm Besserung wünschten. Dann stieg er in ein Auto und kurz darauf in einen Hubschrauber.

Erst vor wenigen Tagen hatte Berlusconi einen Zeitungsbericht zurückweisen lassen, wonach er im privaten Kreis gesagt habe, er werde auch dann nicht mehr für das Amt des Regierungschefs zu Verfügung stehen, falls seine Partei wieder an die Macht komme. "Ich habe meinen Teil beigetragen. Für mich reicht es", war er zitiert worden.

Seit Dienstag steht Berlusconi zudem erneut vor Gericht. Ihm wird Betrug im Zusammenhang mit Geschäften des von ihm kontrollierten Medienunternehmens Mediaset vorgeworfen. Berlusconi hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

jaf/AP/rtr



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