Protest in Moskau Pussy-Riot-Aktivistin nach Demo festgenommen

Die Polizei in Moskau hat eine Aktivistin der Punkgruppe Pussy Riot vorübergehend festgenommen. Sie hatte am russischen Nationalfeiertag unweit des Kreml für die Rechte von Frauen im Gefängnis demonstriert.

Die Pussy-Riot -Aktivistin Nadeschda Tolokonnikowa ist nach einer Protestaktion in Moskau festgenommen worden. "Ich sitze in einem Polizeiauto", sagte Tolokonnikowa im oppositionellen Radiosender "Moskauer Echo", nachdem sie im Zentrum der russischen Hauptstadt für eine Verbesserung der Haftbedingungen von Frauen in dem Land demonstriert hatte. Mit ihr sei noch ihre Mitstreiterin Katrin Nenaschewa festgenommen worden. Tolokonnikowa veröffentlichte über Twitter Fotos ihrer Festnahme . Nenaschewa nutzte das soziale Netzwerk Facebook.  

Die Aktivistin der regierungskritischen Gruppe Pussy Riot hatte sich zusammen mit anderen Demonstranten auf dem Bolotnaja-Platz in Moskau eingefunden, wo sie in Sträflingskleidung eine russische Fahne zusammennähten. Nach wenigen Minuten seien die beiden festgenommen und an Armen und Beinen von Polizisten fortgetragen worden, berichteten örtliche Medien. Auf dem Platz war es 2012 zu Protesten gegen eine dritte Amtszeit von Präsident Wladimir Putin gekommen, die von heftigen Ausschreitung begleitet wurden. Tolokonnikowa wurde eigenen Angaben zufolge wegen einer "unerlaubten Demonstration" festgenommen. Sie sagte, mit der Aktion habe sie Aufmerksamkeit für das Schicksal weiblicher Häftlinge in Russland erregen wollen.

Anfang 2012 war die 25-Jährige zusammen mit zwei weiteren Mitgliedern von Pussy Riot festgenommen worden. In einer Kirche hatten sie ein "Punk-Gebet" abgehalten, in dem sie Putin offen kritisierten. Wegen "Rowdytums" und "Aufwiegelung zu religiösem Hass" wurden die Frauen zu zwei Jahren Arbeitslager verurteilt, kamen jedoch 2013 nach einer Begnadigung durch Putin vorzeitig frei.

Tolokonnikowa saß den Großteil ihrer Haftstrafe in einer Strafkolonie für Frauen in der Region Mordowien zwischen Moskau und der Wolga ab. Wegen der von ihr als "Sklaverei" beschriebenen Haftbedingungen trat sie dort mehrfach in den Hungerstreik.

kbl/AFP/dpa