Nadschaf Sadr nimmt Friedensplan an

Das Ultimatum der irakischen Regierung gegen Muktada al-Sadr zeitigt Erfolg. Der radikale Schiiten-Prediger hat nach Angaben eines Delegierten einen von der Nationalkonferenz entworfenen Friedensplan zur Beilegung der Krise um die Stadt Nadschaf angenommen.


US-Soldaten in Nadschaf: Druck auf Sadr
AP

US-Soldaten in Nadschaf: Druck auf Sadr

Nadschaf/Bagdad - Das Abkommen sieht vor, dass die Kämpfer der Mehdi-Miliz Sadrs die Waffen niederlegen und sich aus einem den Schiiten heiligen Schrein in Nadschaf zurückziehen.

Zur Beilegung der Krise war gestern eigens eine Delegation aus Bagdad nach Nadschaf gereist, um den Aufständischen das Friedensabkommen zu unterbreiten. Ein Treffen mit Sadr kam allerdings nicht zu Stande - was in der Nationalkonferenz Verärgerung hervorrief. Nachdem die acht Abgesandten der Nationalkonferenz Sadrs Stellvertreter Scheich Ali Smeissim ihren Vorschlag unterbreitet hatten, zogen sie wieder ab.

Von der Zustimmung Sadrs zu dem Friedensplan berichtete ein Delegierter der Nationalkonferenz in Bagdad. Sadr selbst konnte zunächst für eine Stellungnahme nicht erreicht werden.

Die irakische Regierung hatte al-Sadr und seine Milizen ultimativ zur Kapitulation aufgefordert. Andernfalls werde es noch heute in Nadschaf zur Entscheidungsschlacht kommen.

US-Panzer in Nadschaf: Aufmarsch zur entscheidenden Schlacht
AFP

US-Panzer in Nadschaf: Aufmarsch zur entscheidenden Schlacht

US-Truppen waren bereits dicht an die Imam-Ali-Moschee vorgerückt. Die Vorbereitungen für eine Offensive der USA und der irakischen Sicherheitskräfte gegen die Kämpfer al-Sadrs stünden vor dem Abschluss, sagte Iraks Verteidigungsminister Hasim al-Schaalan. "Sie haben eine Chance. Sie müssen in den nächsten Stunden aufgeben und ihre Waffen niederlegen", sagte er nach einem Treffen mit Vertretern der Stadt in Nadschaf. Der arabische TV-Sender al-Arabija zitierte ihn mit den Worten, die "entscheidende Schlacht" um die seit zwei Wochen hart umkämpfte Stadt stünde bevor.

In Nadschaf liefern sich Anhänger Sadrs bereits seit Tagen heftige Gefechte mit US-Besatzungstruppen und irakischen Sicherheitskräften. Der Prediger und seine Getreuuen sollen eingekesselt sein. Panzer seien nur noch knapp einen Kilometer von der den Schiiten heiligen Imam-Ali-Moschee entfernt, wo sich die Kämpfer aufhalten, hieß es aus Polizeiquellen. Über Opferzahlen gab es zunächst keine verlässlichen Angaben. Zuvor war eine Delegation der irakischen Nationalkonferenz mit dem Versuch gescheitert, Sadr zur Aufgabe zu bewegen.

Die Polizei forderte Journalisten erneut zum Verlassen der Stadt auf, da ihre Sicherheit nicht garantiert werden könne. Ärzte des größten Krankenhauses hatten schon am Morgen berichtet, dass bei Kämpfen mindestens 29 Menschen getötet oder verletzt worden seien.

Die Innenstadt von Bagdad wurde am Morgen von mehreren heftigen Explosionen erschüttert. Dabei wurde das Dach des Außenministeriums von einer Mörsergranate getroffen. Nur wenige hundert Meter entfernt tagt die Nationalkonferenz, die das irakische Parlament ernennen soll.



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