Nahost Bericht über deutschen Vermittler bei Gefangenenaustausch

Deutschland soll bei einem Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hisbollah vermitteln, berichtet eine ägyptische Tageszeitung. Bei dem Austausch in spätestens drei Wochen sollen die beiden von der Hisbollah entführten israelischen Soldaten freikommen.


Kairo - Nach einem Bericht der regierungsnahen Kairoer Tageszeitung "Al-Ahram" arbeitet ein deutscher Vermittler derzeit daran, eine Rahmenvereinbarung für den Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hisbollah auszuhandeln. Der Name des Vermittlers wurde nicht genannt. Der Austausch solle "in zwei oder maximal drei Wochen stattfinden". Die ägyptische Zeitung berief sich in ihrem Bericht auf hochrangige Regierungsbeamte.

Es sei indes noch nicht klar, ob die Freilassung der beiden von der Hisbollah entführten israelischen Soldaten und die Befreiung der libanesischen Gefangenen zeitgleich erfolgen sollen.

Möglich sei auch, dass die Hisbollah zuerst die beiden verschleppten Israelis befreie. Die Deutschen würden der Hisbollah in diesem Fall eine "hundertprozentige Garantie" dafür geben, dass die in Israel einsitzenden Libanesen dann einen oder zwei Tage später freigelassen würden, berichtet die Zeitung weiter.

Die Hisbollah hatte die beiden israelischen Soldaten am zwölften Juli verschleppt. Die israelische Regierung hat die Entführung zum Anlass für den Krieg gegen die schiitische Miliz genommen.

Sobald die Rahmenvereinbarung stehe, könnte nach Informationen von "Al-Ahram" auch der israelische Soldat frei kommen, der von Palästinensern im Gazastreifen festgehalten wird.

Im Jahr 2004 hatte die Bundesregierung schon einmal einen Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hisbollah organisiert.

anr/dpa



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