Nahost Bush schlägt Freihandelszone vor

Zur Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses hat US-Präsident George W. Bush allen Staaten der Region freien Handel angeboten. Wie Bush am Freitag in einer Rede an der Universität von South Carolina erklärte, könnten die Handelsschranken mit den USA binnen zehn Jahren fallen.


Friedenswachstum durch Wirtschaftsboom? US-Präsident Bush und Israels Ministerpräsident Ariel Sharon (bei einer Begegnung in Washington 2002)
DPA

Friedenswachstum durch Wirtschaftsboom? US-Präsident Bush und Israels Ministerpräsident Ariel Sharon (bei einer Begegnung in Washington 2002)

Washington - Vor 1.200 Absolventen der Hochschule in Columbia erklärte der US-Präsident, für einen dauerhaften Frieden in der Region sei wirtschaftliche Prosperität entscheidend. Ein uneingeschränkter Handel mit den USA könnte den dortigen Staaten einen Wirtschaftsaufschwung bringen. "Ich schlage die Errichtung einer Freihandelszone im Nahen Osten innerhalb von zehn Jahren vor", sagte Bush. Er habe eine Vision von "zwei Staaten, Israel und Palästina, Seite an Seite in Wohlstand und Frieden".

Nach den Vorstellungen des Präsidenten soll die geplante Freihandelszone allmählich wachsen. Mit Israel und Jordanien gebe es schon entsprechende Abkommen, andere Staaten könnten sich nach und nach anschließen. Voraussetzung sei die Erfüllung gewisser Bedingungen wie eine aktive Bekämpfung des Terrorismus sowie den Abbau von Handelsbarrieren auch im eigenen Lande. Ferner müsse der Boykott Israels aufgegeben werden.

Analysten zufolge würde eine Freihandelszone die arabischen Länder der Region in eine weitaus bessere Wettbewerbssituation gegenüber Israel versetzen.

Die künftigen Wirtschaftsbeziehungen im Nahen Osten könnten auch schon bei einer Reise von US-Außenminister Powells an diesem Wochenende in die Region angesprochen werden. Er wollte zunächst den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon und den neuen palästinensischen Regierungschef Mahmud Abbas treffen.

Im Mittelpunkt sollte jedoch die so genannte Straßenkarte für den Frieden stehen, die zur Bildung eines palästinensischen Staates führen soll. Der US-Außenminister wird auch zu Gesprächen in Ägypten, Jordanien und Saudi-Arabien erwartet, anschließend ist ein Besuch in Moskau geplant.



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