Nahost Colin Powell besorgt über Friedensprozess

US-Außenminister Powell hat sich mit Ariel Scharon über den Nahost-Friedensprozess beraten. Scharon machte deutlich, dass seine Regierung die Verhandlungen erst dann wieder aufnehmen will, wenn die Gewalt in den Palästinensergebieten aufhört.


Colin Powell und Ariel Sharon nach ihrem Gespräch in Jerusalem
REUTERS

Colin Powell und Ariel Sharon nach ihrem Gespräch in Jerusalem

Jerusalem - Nach dem Gespräch mit dem designierten israelischen Ministerpräsidenten Scharon sagte Powell am Sonntag in Jerusalem, die Gewalt und Gegengewalt, die Provokationen und Gegen-Provokationen müssten ein Ende haben. Er sei "sehr besorgt" über die gefährliche Entwicklung in den Palästinensergebieten

Gleichzeitig betonte der Minister, die USA stünden nach wie vor "felsenfest" für die Sicherheit Israels ein. Powell will heute auch noch Palästinenserpräsident Jassir Arafat sprechen, bevor er seine viertägige Nahostreise mit Gesprächen im jordanischen Amman fortsetzt.

Nach seinem mehr als einstündigen Gespräch mit Powell betonte Israels künftiger Ministerpräsident Scharon, seine Regierung werde nicht unter dem Eindruck der Gewalt in den Palästinensergebieten mit Arafat verhandeln. Allerdings schränkte der rechtsgerichtete Politiker ein, er erwarte "klare Schritte" in Richtung auf eine Beendigung der Gewalt. Er hoffe, sagte Scharon, dass Powell Arafat diese Botschaft bei seinem Gespräch vermitteln werde.

Powell hatte am Samstagabend ein zweistündiges Gespräch mit dem scheidenden israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak geführt und sich dabei über die Lage in den Palästinensergebieten aus israelischer Sicht informiert. Nach seinem Gespräch mit Scharon besuchte der US-Außenminister die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem zusammen mit Israels Präsident Mosche Katzav.



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