Nahost Drei Briten im Gaza-Streifen entführt

Bewaffnete Entführer haben heute im Gaza-Streifen drei Briten verschleppt. Sie verlangen von der Palästinenserregierung, eine Schwarze Liste mit den Namen militanter Palästinenser abzuschaffen.


Gaza-Stadt - Nach Angaben der Palästinenserpolizei handelt es sich bei den Entführten um eine Frau, die für die Menschenrechtsorganisation al-Misan arbeitet, und ihre Eltern. Die drei Briten seien in der Nähe des Übergangs Rafah an der Grenze zu Ägypten entführt worden, hieß es. Die Bewaffneten hatten ihren Wagen angehalten und sie dann in einem anderen Fahrzeug weggebracht.

Zu der Tat bekannte sich eine Gruppe mit den Namen "Schwarze Panther", die Verbindungen zur regierenden Fatah-Bewegung haben soll. Sie forderte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas auf, eine Schwarze Liste mit den Namen militanter Palästinenser abzuschaffen. Alle in der Liste aufgeführten Palästinenser sollen daran gehindert werden, den Gaza-Streifen zu verlassen.

In jüngster Zeit hat es im Gaza-Streifen eine ganze Reihe von Entführungen gegeben. Meist versuchen Extremisten damit, von den Behörden Zugeständnisse zu erreichen. Keiner der Entführten ist bislang ums Leben gekommen, alle wurden wieder freigelassen. Erst vor einer Woche waren im Gaza-Streifen ein Niederländer und ein Australier von einer Splittergruppe der radikalen Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) entführt und nach ein paar Stunden wieder freigelassen worden. Die "Schwarzen Panther" hatten Mitte Oktober einen Briten und einen Amerikaner für mehrere Stunden verschleppt.



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