Eskalation in Nahost Hunderte Raketen auf Israel, Tote im Gazastreifen

In Zusammenhang mit der gezielten Tötung eines Dschihadisten durch israelisches Militär sind weitere Menschen gestorben. Radikale Palästinenser feuerten seit dem Angriff mehr als 200 Raketen nach Israel.

Nahe der Stadt Sderot in Israel feuert eine Batterie des Abwehrsystems "Iron Dome" eine Rakete ab
Menahem Kahana/ AFP

Nahe der Stadt Sderot in Israel feuert eine Batterie des Abwehrsystems "Iron Dome" eine Rakete ab


Der Konflikt zwischen Israel und der extremistischen Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad im Gazastreifen droht sich weiter zu verschärfen.

Bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen auf Ziele der Extremistengruppe sind nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums zehn Menschen getötet worden.

Israel gibt an, die meisten Menschen in Gaza seien bei dem Versuch getötet worden, Raketen auf Israel abzufeuern. Laut dem Gesundheitsministerium in Gaza wurden zudem mehr als 50 weitere Palästinenser verletzt. In Israel erlitten nach Angaben des Rettungsdienstes rund 50 Menschen Verletzungen.

REUTERS

Am Mittwoch kam es zudem erneut zu zahlreichen Raketenangriffen auf israelische Ortschaften, inzwischen sind es mehr als 200. Im Grenzgebiet sowie in der Küstenstadt Aschkelon heulten nach Angriffen am Dienstag auch am Mittwoch Warnsirenen, teilte Israels Armee mit. Die Nachrichtenseite "ynet" berichtete, die Armee habe zusätzliche Einheiten auch mit schwerem Geschütz ins Grenzgebiet verlegt.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sagte: "Wir greifen weiter den Islamischen Dschihad an, nachdem wir den führenden Dschihad-Kommandanten im Gazastreifen unschädlich gemacht haben."

Gemeint war Baha Abu al-Ata, ein Militärchef des Islamischen Dschihad, der in seinem Wohnhaus mit einer Rakete getötet wurde. Auch seine Frau kam bei dem nächtlichen Überraschungsangriff ums Leben.

Netanyahu ergänzte, der Extremistengruppe müsse klar sein, "dass wir sie weiter gnadenlos angreifen werden". Er schwor die Bürger auf eine längere Auseinandersetzung ein. "Wir wollen keine Eskalation, aber wir reagieren hart auf jeden Angriff."

cht/dpa

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