Nahost Israel gibt elf Millionen Dollar für palästinensische Kliniken frei

Die Regierung in Israel will eingefrorene Gelder einsetzen, um die katastrophalen Zustände in den Palästinensergebieten zu lindern. Die Mittel sollen für den Kauf von medizinischen Hilfsgütern eingesetzt werden, heißt es in politischen Kreisen.


Jerusalem – Die israelische Regierung hatte die Steuergelder der Palästinenser nach dem Sieg der radikalislamischen Hamas bei den Parlamentswahlen im Januar eingefroren. Es handele sich um rund elf Millionen Dollar, heißt es in politischen Kreisen. Das Kabinett gab heute die Gelder frei. 

Unterdessen traf heute der palästinensische Präsident Mahmud Abbas mit der israelischen Außenministerin Tsipi Livni zusammen. Die Unterredung am Rande des Weltwirtschaftsforums im ägyptischen Badeort Scharm el-Scheich war die erste auf hoher Ebene zwischen Israelis und Palästinensern seit dem Sieg der Hamas bei der Parlamentswahl.

Im israelischen Rundfunk hieß es, Abbas und Livni wollten versuchen, die Hamas in der Kommunikation zwischen beiden Seiten zu umgehen. Abbas hat sich für die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen mit Israel ausgesprochen, die Hamas lehnt die Anerkennung des Existenzrechts Israels ab.

Trotz dieser vorsichtigen Annäherung zwischen Israelis und Palästinensern kommt es in der Region weiter zu Anschlägen. Eine palästinensische Rakete traf heute ein leeres Klassenzimmer einer Schule in der südisraelischen Stadt Sderot. Verletzt wurde niemand, wie die israelischen Streitkräfte mitteilten. Die Schule hatte zwar schon begonnen, die Kinder befanden sich aber zum morgendlichen Gebet in einem anderen Raum, als die Rakete durch die Decke in dem Klassenzimmer einschlug.

Erst gestern hatte die israelische Luftwaffe gezielt einen militanten Palästinenserführer getötet, als sie Raketen auf das Fahrzeug des Mitgliedes der radikalen Gruppe Islamischer Dschihad feuerte. Dabei kamen auch drei unbeteiligte Palästinenser ums Leben – zwei Frauen und ein vierjähriges Kind, drei weitere Menschen wurden verletzt. Israels Verteidigungsminister Amir Perez kündigte eine Untersuchung des Falles an. Die israelische Armee teilte nach dem Vorfall mit, sie bedaure den Tod unschuldiger Menschen.

hen/AP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.