Nahost Israelis rücken in Jericho ein

Israelische Truppen haben nach palästinensischen Angaben die Stadt Jericho im Westjordanland eingenommen. Die Palästinenser leisten angeblich heftigen Widerstand.


Jericho - Der Chefunterhändler der palästinensischen Autonomiebehörde, Sajib Erekat, rief die USA und die Europäische Union in einem Interview eines arabischen Fernsehsenders zum sofortigen Eingreifen auf. Die israelischen Truppen hätten mit 30 Panzern und Kampfhubschraubern den Sitz der Palästinenser-Regierung im Westjordanland angegriffen. Die Truppen seien bereits drei Kilometer in die Stadt vorgedrungen und attackierten ein Ausbildungszentrum der Palästinenser.

"Von Moscheen und Kirchen der Stadt werden die Bewohner zum Widerstand aufgerufen", sagte Erekat. Er befürchtet, dass die israelischen Soldaten das Hauptquartier der Palästinenser-Regierung mit Bulldozern zerstören und die Stadt dauerhaft einnehmen könnten. Es sei das erste Mal seit dem Abkommen von Oslo von 1993, dass israelische Truppen in Jericho einmarschiert seien.

Auch in der autonomen Palästinenserstadt Dschenin soll es in der Nacht zum Donnerstag erneut heftige Kämpfe gegeben haben. Zwei Palästinenser seien getötet und sechs verletzt worden, hieß es nach palästinensischen Angaben.



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