Gazastreifen Jordanien verurteilt "barbarische Luftangriffe"

Die jordanische Regierung reagiert überraschend harsch auf Israels Luftangriffe auf den Gazastreifen. Sie verurteilt den Beschuss als "barbarische Aggression", der sofort gestoppt werden müsse.

Rauch über Gaza-Stadt: Jordanien verlangt Ende der Angriffe
DPA

Rauch über Gaza-Stadt: Jordanien verlangt Ende der Angriffe


Amman - In der Nacht zum Mittwoch haben israelische Kampfflugzeuge Angriffe auf Ziele im Gazastreifen geflogen, Berichten zufolge starben mehr als 29 Palästinenser, unter ihnen auch Kinder. Die Regierung des Nachbarlandes Jordanien hat jetzt den sofortigen Stopp der Angriffe gefordert.

Regierungssprecher Mohammed Momani sprach am Mittwoch von einer "barbarischen Aggression". Diese habe negative Auswirkungen auf den Gazastreifen und die ganze Region. Zudem warf der Sprecher Israel vor, gegen internationale Gesetze zu verstoßen und internationale Friedensbemühungen zu blockieren. Momani forderte die Staatengemeinschaft auf, "aktiv zu intervenieren", um die Angriffe zu beenden.

Jordanien ist neben Ägypten der einzige Staat in der Region, der Israel anerkennt und ein Friedensabkommen geschlossen hat.

Seit der Eskalation des Konflikts nach der Entführung dreier israelischer Jugendlicher Mitte Juni und der nachfolgenden Großoffensive im Westjordanland feuern militante Palästinenser aus dem Gazastreifen Raketen auf Israel.

Die israelische Armee reagiert mit massiven Luftangriffen. Allein in der Nacht zum Mittwoch wurden 160 Luftangriffe auf den Gazastreifen geflogen. Seit Beginn der Militäroperation in der Nacht zuvor haben Luftwaffe und Marine 435 Ziele angegriffen, teilte die Armee mit. Militante Palästinenser im Gazastreifen hätten in diesem Zeitraum 225 Raketen auf Israel abgefeuert. Davon habe die Raketenabwehr rund 40 abgefangen.

Ungeachtet der massiven israelischen Luftangriffe auf den Gazastreifen ging der Raketenbeschuss durch militante Palästinenser am Mittwoch unvermindert weiter. Im Stadtzentrum von Tel Aviv heulten erneut Warnsirenen, Menschen eilten in Schutzräume. Nach Angaben der Armee wurden zwei Raketen im Großraum Tel Aviv abgefangen.

Auch weiter entfernte Städte in Israel wurden attackiert, etwa Jerusalem oder die Küstenstadt Chadera nördlich von Tel Aviv. Auch dort sei eine Rakete eingeschlagen, so eine Sprecherin der israelischen Armee. Die Stadt liegt 117 Kilometer vom Gazastreifen entfernt. Dies sei der Raketenangriff mit der bisher größten Reichweite gewesen. Es gab bislang keine Berichte über Opfer in Israel.

kgp/AFP

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