Nahost-Konflikt Hamas will Raketenangriffe auf Israel einstellen

Die palästinensische Hamas-Bewegung hat einen Stopp ihrer Raketenangriffe auf Israel verkündet. Die radikal-islamische Organisation reagierte damit auf die israelische Militäroffensive "Erster Regen". Israel hatte gedroht, die Operation erst dann zu beenden, wenn die Palästinenser ihren Beschuss auf israelische Ortschaften einstellen.


will Raketenbeschuss stoppen: Hamas Führer Mahmud al-Zahar
REUTERS

will Raketenbeschuss stoppen: Hamas Führer Mahmud al-Zahar

Gaza - Die Angriffe vom Gazastreifen aus seien beendet worden, sagte der Hamas-Führer in dem Gebiet, Mahmud al-Zahar, vor Journalisten. Die Entscheidung sei aus Sorge um die palästinensische Bevölkerung getroffen worden. Auch die Militärparaden nach dem israelischen Abzug aus dem Gaza-Streifen sollten gestoppt werden. Zudem habe sich die Hamas verpflichtet, eine de-facto-Waffenruhe bis Ende des Jahres einzuhalten. Unklar war zunächst, ob Israel die Militäroperation nach der Ankündigung abblasen würde.

Anders als die Hamas kündigte die Organisation Islamischer Dschihad die Waffenruhe mit Israel nach der Militäroffensive auf. Es sei keine Rede von einem Waffenstillstand sondern nur noch von Krieg, sagte ein ranghohes Mitglied der militanten Palästinenserorganisation. Israel hatte zuvor den Führer des Islamischen Dschihads im südlichen Gazastreifen, Mohammed Khalil, bei einem Raketenangriff auf sein Auto offenbar gezielt getötet.

Der Angriff gehörte zu der Operation "Erster Regen". Die israelische Luftwaffe hatte am Wochenende nach heftigem Raketenbeschuss von palästinensischer Seite Luftangriffe gestartet. Kampfflugzeuge griffen in der Nacht zum Sonntag mehrere Ziele im Gazastreifen an, darunter Werkstätten zur Herstellung von Waffen und eine Schule, die der Hamas als Stützpunkt gedient haben soll. Bei einer Hubschrauberattacke auf Gaza wurden nach Berichten von Augenzeugen am Samstag mindestens vier Palästinenser getötet, darunter zwei Mitglieder der radikal-islamischen Hamas. Im Westjordanland nahmen Soldaten 209 Palästinenser fest, unter ihnen auch den Hamas-Führer Hassan Jussef.

Operation "Erster Regen": Israel startete nach Raketenangriffen Militäroffensive
DPA

Operation "Erster Regen": Israel startete nach Raketenangriffen Militäroffensive

Auslöser der Operation "Erster Regen" war der Beschuss israelischer Ortschaften mit etwa 40 Raketen aus dem Gazastreifen. Die Militäroffensive schließe neben Luftangriffen auch einen Truppenvorstoß ein, doch müsse dieser Teil noch vom ganzen Kabinett gebilligt werden, verlautete aus Militärkreisen. Israel hatte angekündigt, die Operation erst dann zu beenden, wenn die Palästinenser ihren Raketenbeschuss auf israelische Ortschaften einstellen.

Wie die israelische Tageszeitung "Haaretz" berichtete, hat die palästinensische Seite das für kommenden Sonntag geplante Treffen von Präsident Mahmud Abbas und Ministerpräsidenten Ariel Scharon aus Zeitgründen abgesagt. Abbas brauche mehr Zeit zur Vorbereitung des Gesprächs, hieß es. Zuvor war bereits eine Begegnung zwischen dem palästinensischen Chefunterhändler Sajeb Erekat und dem wichtigen Scharon-Berater Dov Weissglass abgesagt worden. Termine für spätere Zusammenkünfte wurden nicht vereinbart.



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