Friedensgespräche in Jerusalem Israelis und Palästinenser führen erste Verhandlungen

Trotz großer Spannungen im Vorfeld haben Israel und die Palästinenser die erste Runde ihrer Friedensgespräche absolviert. Das Geheimtreffen der Delegationen fand in Jerusalem statt und soll schon in Kürze fortgesetzt werden.

Siedlungen im Westjordanland: Friedensgespräche und neue Konflikte
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Siedlungen im Westjordanland: Friedensgespräche und neue Konflikte


Jerusalem - Die Hoffnungen sind groß, die Erwartungen niedrig: Israelis und Palästinenser haben sich zum ersten Mal seit 2010 wieder zu Friedensgespräche getroffen. Die israelischen Verhandlungsführer Zipi Livni und Jizchak Molcho kamen am Mittwochabend mit den palästinensischen Unterhändlern Sajeb Erakat und Mohammed Schtajeh zusammen, wie israelische Medien berichteten.

Der israelische Rundfunk meldete am Donnerstagmorgen, die fast fünfstündigen Gespräche in Jerusalem seien "ernsthaft" gewesen. Beide Seiten wollten sich bald wieder treffen, diesmal in Jericho im Westjordanland. US-Außenminister John Kerry hatte das Treffen initiiert. Ziel ist eine Einigung auf eine Zwei-Staaten-Lösung binnen neun Monaten.

Doch mit einem raschen Durchbruch bei der neuen Verhandlungsrunde rechnen weder Israelis noch Palästinenser. Kurz vor dem Treffen hatte Israel zwar als Geste des guten Willens 26 palästinensische Häftlinge freigelassen. Weitere sollen folgen. Allerdings fühlen sich die Palästinenser vor allem durch die Entscheidung Israels vor den Kopf gestoßen, im Westjordanland und in Ost-Jerusalem Hunderte neue Wohnungen für jüdische Siedler zu errichten.

Die Friedensgespräche waren nach fast drei Jahren Pause wegen des Siedlungsstreits wiederaufgenommen worden. Ende Juli hatten sich die Vertreter der Israelis und Palästinenser in Washington zu Vorgesprächen getroffen, bei denen ein Arbeitsplan für die kommenden Monate aufgestellt wurde.

Um öffentliches Aufsehen zu vermeiden, wurden nun weder der genaue Ort noch der genaue Zeitpunkt der Gespräche in Jerusalem mitgeteilt. Als Haupthindernis für einen Erfolg gelten die jüdischen Siedlungen im Westjordanland, in denen mittlerweile 600.000 Menschen leben. Strittig ist außerdem der Status von Jerusalem: Israel beharrt auf dem ungeteilten Jerusalem als Hauptstadt. Die Palästinenser beanspruchen ihrerseits den Ostteil als Hauptstadt ihres künftigen Staates.

aar/dpa/Reuters

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