Nahost-Krise Mindestens vier Tote am "Tag des Zorns"

Die Palästinenser hatten den Freitag zum "Tag des Zorns" erklärt und die Gläubigen aufgerufen, sich nach dem Freitagsgebet den israelischen Truppen entgegenzustellen. Das Ergebnis: mindestens vier tote Palästinenser und über 150 Verletzte.


Die Unruhen gehen weiter: Ein israelischer Soldat in Stellung
REUTERS

Die Unruhen gehen weiter: Ein israelischer Soldat in Stellung

Jerusalem - Den ganzen Tag über kam es in verschiedenen Ortschaften wieder zu gewalttätigen Krawallen. Nach Angaben des Chefs der Notaufnahme des Schifa-Krankenhauses in Gaza-Stadt, wurde ein 23-jähriger Palästinenser bei einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit israelischen Soldaten am Grenzübergang Eres erschossen. Drei weitere Palästinenser kamen bei Unruhen in Kalkilja, Tulkarm und Ramallah ums Leben. Augenzeugen berichteten, das israelische Militär sei teils mit Tränengas und Hartgummigeschossen, teils aber auch mit scharfer Munition gegen die Demonstranten vorgegangen. In Ramallah hätten sich Soldaten mit bewaffneten Palästinensern Schießereien geliefert. Mahmud Abbas, der als zweitmächtigster Mann der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) nach Arafat gilt, reiste am Freitag zu Gesprächen nach Moskau. Dort will er mit Außenminister Igor Iwanow und dem russischen Nahost-Sondergesandten Wasili Sredin zusammentreffen.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verschob eine Debatte über eine Schutztruppe für die palästinensischen Gebiete auf die kommende Woche. US-Präsident Bill Clinton erörterte am Donnerstagabend telefonisch mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Barak die Lage im Nahen Osten. Clinton hat Barak und Arafat zu getrennten Gesprächen nach Washington eingeladen.



© SPIEGEL ONLINE 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.