Nahost Neue Gewalt bedroht Waffenruhe

Die vereinbarte Waffenruhe zwischen Israelis und Palästinensern gerät zunehmend in Gefahr. Bei mehreren gewaltsamen Zwischenfällen wurden sechs Menschen getötet. Beide Seiten bekräftigten, dass sie an der Vereinbarung festhalten wollen. Sie machten aber auch deutlich, dass die Lage außer Kontrolle geraten könnte.


Jerusalem - Der neue israelische Generalstabschef Dan Haluz warf der palästinensischen Autonomiebehörde erneut vor, nicht entschieden genug gegen die militanten Gruppen vorzugehen. "Die Ereignisse sind ein weiteres Beispiel für die Schwäche der Autonomiebehörde, sich gegen die Terrorgruppen durchzusetzen", sagte der Generalleutnant während eines Besuchs der israelischen Stadt Sderot.

Der palästinensische Unterhändler Sajeb Erakat sagte angesichts der zunehmenden Gewalt, die Lage verschlimmere sich. Die Waffenruhe werde möglicherweise zusammenbrechen. Erakat rief die Staatengemeinschaft auf, einzugreifen.

Bei einem palästinensischen Mörserangriff im Gazastreifen wurden zuvor drei Menschen getötet. Die Granate traf nach Angaben der Streitkräfte ein Gewächshaus in der jüdischen Siedlung Ganei Tal. Drei Arbeiter kamen ums Leben, darunter ein Palästinenser und ein Asiate. Zu dem Anschlag bekannte sich der Islamische Dschihad.

Israelische Soldaten erschossen im Westjordanland den Militärführer der militanten Organisation Islamischer Dschihad in Dschenin. Morwah Kamil habe in Kabitija bei Dschenin eine Granate gegen israelische Soldaten geworfen, erklärten die Streitkräfte. In dem mehrstündigen Feuergefecht wurde ein weiterer Palästinenser getötet. Fünf Palästinenser und ein Soldat wurden verletzt. Bei einem weiteren Zwischenfall wurde ein Mann erschossen, der von Ägypten aus in den Gazastreifen eindrang.

Israelis und Palästinenser hatten im Februar einen Waffenstillstand vereinbart. Die monatelange Ruhe in der Region geriet in den vergangenen Wochen aber immer wieder ins Wanken.



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