Nahost Palästinenser feuern Rakete auf israelische Armee - Dutzende Verletzte

Militante Palästinenser haben eine Kassam-Rakete auf einen israelischen Militärstützpunkt in der Nähe des Gaza-Streifens gefeuert. Bei dem Angriff wurden Armeeangaben zufolge mindestens 57 Soldaten verletzt.


Tel Aviv - Der Angriff militanter Palästinenser auf das israelische Militär hätte noch dramatischere Folgen haben können: Nach Angaben der Armee schlug die Rakete in ein leeres Zelt ein. Viele Soldaten seien von umherfliegenden Geschosssplittern getroffen worden. Mindestens 57 Soldaten wurden den Angaben zufolge verletzt, die meisten davon leicht. Mindestens elf Soldaten mussten demnach mit mittelschweren bis schweren Verletzungen behandelt werden. Die israelische Tageszeitung "Haaretz" berichtete von 66 Verletzten.

Raketenangriff auf israelisches Militär: Ein verletzter Soldat formt seine rechte Hand zum Siegeszeichen
AP

Raketenangriff auf israelisches Militär: Ein verletzter Soldat formt seine rechte Hand zum Siegeszeichen

Der Stützpunkt, der von einer aus dem Gazastreifen abgefeuerten Kassam-Rakete getroffen wurde, liegt rund einen Kilometer von dem Palästinensergebiet entfernt im Westen der Wüste Negev.

Zu dem Angriff bekannten sich die Saladin-Brigaden, der militante Arm der radikalen Palästinenserorganisation Volkswiderstandskomitees. Die Gruppe habe zwei Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert, sagte ein Sprecher der Organisation dem israelischen Onlinedienst "Y- net". Wie die Tageszeitung "Haaretz" berichtete, erklärte sich auch der Islamische Dschihad für die Tat verantwortlich.

Kurz vor dem Einschlag sei noch Luftalarm gegeben worden, jedoch hätten viele der aus dem Schlaf gerissenen Soldaten die Schutzräume nicht mehr erreichen können, hieß es in ersten Berichten. Die Verletzten seien mit Krankenwagen in umliegende Kliniken gebracht worden.

Militante Palästinenser beschießen vom Gaza-Streifen aus immer wieder israelisches Gebiet mit Raketen. In den vergangenen sieben Jahren wurden dabei dem "Haaretz"-Bericht zufolge zwölf Menschen getötet.

Der Angriff dürfte in Israel neue Forderungen nach einer großangelegten Bodenoffensive in den Gaza-Streifen lautwerden lassen, aus dem sich das israelische Militär 2005 zurückgezogen hat. Vergangene Woche hatte sich das Sicherheitskabinett von Ministerpräsident Ehud Olmert gegen einen solchen Schritt entschieden. Zuvor war eine palästinensische Rakete nahe einer Kindertagesstätte in Israel gelandet.

hen/dpa/Reuters



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