Nahost Scharon fordert 48-Stunden-Waffenruhe

Die Welt starrt auf Amerika. Währenddessen eskaliert der Nahost-Konflikt. Das israelische Militär nahm erneut palästinensische Ziele ins Visier. Unterdessen bot Israel einen Stopp der Angriffe an, falls die Palästinenser dem Terror ein Ende bereiteten.


Polizeistation in Ramallah: Aufräumarbeiten nach einem früheren israelischen Angriff
AP

Polizeistation in Ramallah: Aufräumarbeiten nach einem früheren israelischen Angriff

Ramallah/Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon stellte Palästinenserpräsident Jassir Arafat am Sonntag einen Stopp gezielter Angriffe auf palästinensische Ziele in Aussicht, sollte dieser in den Palästinensergebieten eine Waffenruhe zustande bringen. "Ich rufe Arafat dazu auf, die Terroraktionen zu stoppen. Wenn Arafat eine Waffenruhe ausruft, werde ich einen Stopp der gezielten israelischen Militäraktionen anordnen", sagte Scharon während einer Ansprache vor dem israelischen Parlament in Jerusalem.

Scharon sagte zudem, er werde einem Treffen Arafats mit dem israelischen Außenminister Schimon Peres zustimmen, sollte in Israel und den Palästinensergebieten "48 Stunden völlige Ruhe herrschen". Zuvor hatte Scharon gesagt, er halte ein Treffen zwischen Peres und Arafat zum gegenwärtigen Zeitpunkt für falsch. Er warf Arafat während der Ansprache vor, eine "Koalition des Terrors" gegen Israel aufgebaut zu haben.

Scharon bot den USA während der Rede an, Israel werde sich der internationalen "Koalition gegen den Terror" anschließen, sollte es eine Aufforderung erhalten. Der israelische Ministerpräsident warnte gleichzeitig davor, Arafat in eine solche Koalition mit aufzunehmen. Dies wäre sehr gefährlich, weil es Arafat ermöglichen würde, weiterhin Terror gegen Israel einzusetzen, während es Israel die Möglichkeit nehmen würde, gegen Arafat vorzugehen, meinte Scharon.

Neue Angriffe der israelischen Armee

Die israelische Armee hat am frühen Sonntagmorgen die palästinensische Stadt Ramallah angegriffen. Nach palästinensischen Angaben beschossen Kampfhubschrauber mehrere Ziele mit Raketen. Panzer seien von vier Seiten in die Stadt eingerückt und hätte weniger Meter vor dem Gebäude des Stadtrates gehalten. Eine Sprecherin der israelischen Armee sagte, sie werde den Bericht prüfen.

Nach Krankenhausangaben wurde ein palästinensischer Offizier getötet. Mindestens 15 weitere Palästinenser seien verletzt worden, nachdem die Panzer Kontrollpunkte der Sicherheitskräfte beschossen hätten, berichtete Augenzeugen. Die Kämpfe dauerten am Morgen an. Ramallah ist einer der beiden Amtssitze von Palästinenserpräsident Jassir Arafat.

Zuvor hatten israelische Panzer nach palästinensischen Angaben bereits eine Ortschaft bei Bethlehem beschossen. Dabei sei ein Palästinenser getötet und sieben weitere verletzt worden.

In Jerusalem wurde am Samstagabend ein Israeli tödlich getroffen, als sein Wagen von Palästinensern beschossen wurde. Sein Beifahrer



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