Pelosi fordert Trump soll wegen Shutdown Rede zur Lage der Nation verschieben

Fast vier Wochen schon dauert der Shutdown in den USA. Oppositionschefin Nancy Pelosi appelliert deshalb an Donald Trump, die traditionelle "State of the Union"-Rede des Präsidenten aufzuschieben.

Nancy Pelosi
REUTERS

Nancy Pelosi


Eigentlich will Donald Trump seine Rede zur Lage der Nation am 29. Januar halten. Doch Oppositionsführerin Nancy Pelosi setzt den US-Präsidenten unter Druck: In den vergangenen Jahrzehnten sei nie eine solche Ansprache während einer Haushaltssperre für die US-Regierung gehalten worden.

Trump solle seine "State of the Union"-Rede vor dem Kongress verschieben, fordert Pelosi, wenn die stillgelegten Behörden nicht in dieser Woche wieder öffnen. Trump könne seine Ansprache auch schriftlich beim Parlament einreichen, provozierte die Anführerin der Demokraten den Präsidenten.

Der derzeitige Shutdown hält seit inzwischen mehr als dreieinhalb Wochen an und ist damit der längste der US-Geschichte. Verursacht wurde er durch den Streit zwischen Trump und den Demokraten über vom Präsidenten verlangte 5,7 Milliarden Dollar (fünf Milliarden Euro) für eine Mauer an der Grenze zu Mexiko. Der Streit verhindert die Verabschiedung eines neuen Haushaltsgesetzes.

In ihrem Brief an Trump nannte Pelosi "Sicherheitsbesorgnisse" als Grund dafür, warum der Präsident die Rede vor Repräsentantenhaus und Senat verschieben solle. Dabei bezog sie sich auf durch die Etatsperre ausgebliebene Finanzmittel für den Sicherheitsdienst Secret Service und das Heimatschutzministerium. Der Secret Service ist für den Schutz des Präsidenten sowie die Absicherung seiner Rede zur Lage der Nation verantwortlich.

Die alljährliche "State of the Union"-Rede des Präsidenten hat eine lange Tradition, die bis in die Anfänge der Vereinigten Staaten am Ende des 18. Jahrhunderts zurückreicht.

Die Demokraten verfügen seit Jahresbeginn über die Mehrheit im Repräsentantenhaus und damit über erheblich gewachsene Macht. Von der Haushaltsblockade sind etwa 25 Prozent der Bundesbehörden und etwa 800.000 Bundesbedienstete betroffen.

als/AFP



insgesamt 42 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
isi-dor 16.01.2019
1.
Ich finde, Trump sollte reden. Es ist immer wieder erhebend, wenn er seinen beschränkten Wortschatz auspackt und die Menschheit zu Jubelstürmen animiert, weil er ihnen zeigt, dass wirklich jeder Hohlpfosten Präsident werden kann. Ich will Trump hören. Es gibt mir ein gutes Gefühl.
Aqualungs Breath 16.01.2019
2. Secret Service fällt aus?
Und Trump hält eine öffentliche Rede? Na hoffen wir, dass da keiner auf dumme Gedanken kommt. Sarkasmus ende! Wozu einem dieser Mensch bringt. Man entdeckt fast seinen inneren Lee Harvey ... Aber nein genug jetzt. Das geht nicht. Wie tief ist eigentlich der Potomac?
deviet 16.01.2019
3. Trumps Ausdrucksweise
Zitat von isi-dorIch finde, Trump sollte reden. Es ist immer wieder erhebend, wenn er seinen beschränkten Wortschatz auspackt und die Menschheit zu Jubelstürmen animiert, weil er ihnen zeigt, dass wirklich jeder Hohlpfosten Präsident werden kann. Ich will Trump hören. Es gibt mir ein gutes Gefühl.
Ich denke sie sind in Beziehung auf Trumps Wortschatz im Irrtum. Trump ist ein langjähriger Medienprofi. Er weiß wahrscheinlich sehr genau, was er wann und wie sagen muss, um verstanden zu werden. Würde er in Schachtelsätzen und mit Fremdwörtern gespickte Reden halten, würde er gewiss intelligenter wirken. Wer würde ihm dann aber nach fünf Minuten noch zuhören? Vielen wäre das zu anstrengend? Indem er sich einer kindlichen Sprache bedient, fesselt er die Aufmerksamkeit der Erwachsenen. Die ja auch genau hinhören, wenn ihre eigenen Kinder etwas sagen. Der Erfolg spricht für Trump!
appenzella 16.01.2019
4. @Aqualungs Breath
Wer besoffen ist, ertrinkt auch in einer Pfütze - und dieser Führer des mittleren Teils von Nordamerika ist vollkommen besoffen von sich selbst - da hilft auch kein noch so guter SS oder SD! Grüezi
s.l.bln 16.01.2019
5. Das hat man anfangs...
Zitat von devietIch denke sie sind in Beziehung auf Trumps Wortschatz im Irrtum. Trump ist ein langjähriger Medienprofi. Er weiß wahrscheinlich sehr genau, was er wann und wie sagen muss, um verstanden zu werden. Würde er in Schachtelsätzen und mit Fremdwörtern gespickte Reden halten, würde er gewiss intelligenter wirken. Wer würde ihm dann aber nach fünf Minuten noch zuhören? Vielen wäre das zu anstrengend? Indem er sich einer kindlichen Sprache bedient, fesselt er die Aufmerksamkeit der Erwachsenen. Die ja auch genau hinhören, wenn ihre eigenen Kinder etwas sagen. Der Erfolg spricht für Trump!
...tatsächlich für eine Masche gehalten. Inzwischen gehen Experten von pathologischen Ursachen aus. Analysen seiner sich über die Jahre immer weiter reduzierenden Sprache haben ergeben, daß er noch etwa über 15% seines ursprünglichen Wortschatzes verfügt. Ein cleverer Täuscher könnte sicher kindliche Rhetorik trainieren, würde aber versehentlich Begriffe variieren. Der hat aber tatsächlich nur die paar zur Verfügung. Erstaunlich, wie oft sein Unvermögen auf vielen Ebenen für Cleverness gehalten wird. Andererseits kaufen Leute für Unsummen Bilder, auf denen sich Tiere erleichtert haben.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.