TV-Interview Pelosi legt Trump Rücktritt nahe

Donald Trumps Verhalten in der Ukraineaffäre sei "so viel schlimmer als das, was Richard Nixon getan hat", sagt Nancy Pelosi. Nixon habe mit seinem Rücktritt die richtigen Konsequenzen gezogen.

Nancy Pelosi nennt Donald Trump einen "Hochstapler"
Chip Somodevilla/Getty Images/AFP

Nancy Pelosi nennt Donald Trump einen "Hochstapler"


Donald Trump gerät angesichts zahlreicher belastender Zeugenaussagen in der Ukraineaffäre zunehmend unter Druck. Während der US-Präsident bislang vor allem mit Attacken auf die Zeugen über Twitter reagiert, legt die führende US-Demokratin Nancy Pelosi ihm eine andere Lösung nahe.

"Was der Präsident getan hat, ist so viel schlimmer als das, was Richard Nixon getan hat", sagte Pelosi in einem Interview mit dem US-Sender CBS. Nixon habe sein Land genug bedeutet, um einzusehen, dass es nicht weitergehen konnte. Der Ex-US-Präsident war im Zuge der Watergate-Affäre einer Amtsenthebung zuvorgekommen und als bisher einziger Präsident in der Geschichte der USA zurückgetreten.

Gleichzeitig forderte Pelosi Trump auf, den Ermittlern in den Impeachment-Anhörungen mögliche entlastende Informationen zur Verfügung zu stellen. Der Präsident habe "jede Gelegenheit, sich zu dem Fall zu äußern". Auch eine Aussage vor dem Geheimdienstausschuss komme infrage.

Pelosi nannte Trump in dem am Freitag aufgezeichneten Interview zudem einen "Hochstapler", dessen eigene Verunsicherung ihn zu den Twitter-Attacken auf die ehemalige Ukraine-Botschafterin der USA, Marie Yovanovitch, verleitet habe.

"Er hat einen Fehler gemacht", sagte Pelosi. "Er kennt ihre Stärke. Und er hat versucht, sie zu untergraben."

Die Demokraten haben vor Kurzem mit öffentlichen Anhörungen begonnen, die auf ein Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump hinauslaufen könnten. Sie werfen ihm Amtsmissbrauch vor, weil er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Telefongespräch gedrängt haben soll, sich zu seinen Gunsten in den US-Wahlkampf einzumischen. Mehrere Zeugen haben Trump bereits belastet. Der Präsident beteuert jedoch seine Unschuld.

mes/Reuters



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