Ukraine-Krise Nato erwägt Großmanöver nahe der russischen Grenze

Die Nato denkt über provokante Aktionen gegen Moskau nach: Das westliche Militärbündnis will möglicherweise erstmals große Manöver in Osteuropa abhalten - und damit in den Grenzregionen zu Russland.
Amerikanisches F-22-Kampfflugzeug: Im Ukraine-Konflikt erwägt die Nato einen Einsatz nahe der russischen Grenze

Amerikanisches F-22-Kampfflugzeug: Im Ukraine-Konflikt erwägt die Nato einen Einsatz nahe der russischen Grenze

Foto: epa Tsgt Ben Bloker USAF/ dpa

Brüssel/Berlin - Die Nato stellt in den Grenzregionen zu Russland und zur Ukraine Manöver mit mehreren Zehntausend Soldaten in Aussicht. "Wir haben bisher Großmanöver von 25.000 bis 40.000 Mann nur in den westlichen Nato-Ländern durchgeführt. Ich kann mir gut vorstellen, dass wir das in Zukunft auch in Osteuropa und im Baltikum machen", sagte der deutsche Nato-General Hans-Lothar Domröse der "Welt". Details nannte er nach Angaben des Blattes allerdings nicht.

Infolge der Ukraine-Krise lassen sowohl das westliche Verteidigungsbündnis als auch Russland seit einigen Monaten die Muskeln spielen. Die Nato verstärkt Standorte und baut eine schnelle und schlagkräftige "Speerspitze" der Schnellen Eingreiftruppe (Nato Response Force) auf. Sie hielt bereits kleinere Manöver in Osteuropa ab.

Die russischen Streitkräfte testen zum wiederholten Mal ihr Waffenarsenal und flogen westlichen Angaben zufolge zuletzt "außergewöhnlich umfangreiche Manöver" über den europäischen Meeren.

Schnelle Eingreiftruppe der Nato soll größer werden

Nach den Worten Domröses soll die "Speerspitze" nun größer werden als bisher bekannt. "Wir werden eine Schnelle Eingreiftruppe der Nato aufbauen, die aus etwa 5000 bis 7000 Mann besteht und die innerhalb von zwei bis fünf Tagen im Einsatzgebiet sein kann", sagte er. Bislang war von 3000 bis 5000 Soldaten die Rede gewesen. "Wenn alles planmäßig verläuft, kann die Schnelle Eingreiftruppe bis Ende 2015 einsatzbereit sein."

Der Westen wirft Russland vor, die ukrainische Schwarzmeerhalbinsel Krim völkerrechtswidrig annektiert zu haben und die prorussischen Separatisten in der Ostukraine zu unterstützen. Als Konsequenz wurden Wirtschaftssanktionen gegen Moskau verhängt. Russland weist die Vorwürfe zurück und kritisiert die Strafmaßnahmen als feindselig.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte zuletzt die Bedeutung der nuklearen Abschreckung während der Konfrontation mit dem Westen unterstrichen.

ler/dpa/AFP
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