Nato-Erweiterung Russland droht mit Änderung der Militärdoktrin

Estland, Lettland und Litauen treten am Montag der Nato bei. Für Russland Anlass, dem Bündnis mit einer Änderung der Militärdoktrin zu drohen. Die "nukleare Komponente" könne überdacht werden, schrieb Verteidigungsminister Sergej Iwanow.


Moskau - "Russland behält die Umbildung der Nato genau im Auge", schrieb Iwanow in einem Beitrag des Magazins "Russland in der Weltpolitik". Wenn die Nato an ihrer "offensiven militärischen Doktrin" festhalte, werde Russland seine "militärischen Planungen und Prinzipien ..., darunter die nukleare Komponente" überdenken. Iwanow forderte die Nato auf, in ihren Plänen künftig von anti-russischen Bezügen abzusehen und anti-russische Äußerungen von Vertretern der Mitgliedstaaten zu verhindern.

"Russland hofft auf eine vollständige Entfernung direkter und indirekter anti-russischer Elemente aus militärischen Plänen und politischen Erklärungen ihrer Mitgliedstaaten", schrieb Iwanow weiter. Russland habe nach seiner jetzt geltenden Doktrin das Recht eines präventiven atomaren Angriffs, bekräftigte der Minister. Er machte keine Angaben dazu, wie Russland seine Doktrin ändern könnte.

Am Montag treten Estland, Lettland und Litauen der Nato bei. Die drei baltischen Staaten waren früher Teil der von Russland dominierten Sowjetunion. Die Osterweiterung des Militärbündnisses war in Russland immer wieder auf Ablehnung gestoßen, obwohl Russland inzwischen eine besondere Partnerschaft mit der Nato verbindet. Mit der Einrichtung des Nato-Russland-Rats nach dem Ende des Kalten Krieges hat Russland in allen Fragen bis auf den Bündnisfall und die Erweiterung der Allianz Mitsprache.



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