Nato-Gipfel Polizei geht mit Tränengas gegen Demonstranten vor

Vor dem Camp der Nato-Gegner in Straßburg ist es wieder zu Ausschreitungen mit der Polizei gekommen. Die Polizei setzte Tränengas gegen Demonstranten ein - auch in der Innenstadt von Baden-Baden wurden Proteste organisiert.


Straßburg - Die Polizei ging in Straßburg mit Tränengas und Wasserwerfern gegen eine Gruppe von mehreren hundert Demonstranten vor, die Steine auf die Sicherheitskräfte warfen. Der Großteil der Demonstranten war vermummt. Wie bereits am Vortag errichteten die Nato-Gegner Barrikaden mit Material einer nahe gelegenen Baustelle und steckten sie in Brand.

Bemühungen friedlich gesinnter NATO-Gegner, mit der Polizei über einen gegenseitigen Rückzug zu verhandeln, scheiterten an der Gewaltbereitschaft vermummter Aktivisten. Entzündet hatte sich die Konfrontation daran, dass die Polizei als Clowns verkleidete Demonstranten in das Camp zurückschickte. Sie hatten versucht, in die abgeriegelte Innenstadt vorzudringen.

Am Donnerstagabend war es bereits zu Zwischenfällen gekommen, als Hunderte Demonstranten von dem Zeltlager im südlichen Stadtteil Neuhof in die Innenstadt gelangen wollten. Die Polizei stoppte den Protestzug mit Tränengas und Gummigeschossen. 300 Personen wurden festgenommen, die meisten aber bald wieder freigelassen.

Mit rund zweistündiger Verspätung begann am Freitag auch in Baden-Baden eine Demonstration gegen den Nato-Gipfel. Nach Polizeiangaben zogen rund 500 Demonstranten begleitet von mehreren Hundertschaften Polizei vom Bahnhofsvorplatz im Stadtteil Oos Richtung Innenstadt. Viele von ihnen waren bunt gekleidet, teilweise in Phantasiekostümen. Sie trugen Transparente mit Parolen wie "60 Jahre Nato = 60 Jahre Krieg" und "Nein zur Nato".

"Wir sind hier in Baden-Baden, um euch die Suppe zu versalzen, die andere nicht haben", rief Mitorganisator Monty Schädel zu Beginn des Protestzuges. Ursprünglich hatten die Veranstalter mit mehreren tausend Teilnehmern gerechnet.

Schädel sagte, Nato-Gegner aus den Protestcamps im zweiten Gipfel-Tagungsort Straßburg hätten ihn informiert, dass Tausende in Straßburg blieben - aus Furcht davor, dass sie nicht mehr zur Hauptdemonstration am Samstag in die französische Grenzstadt zurückkämen. Dort wollen nach Angaben der Organisatoren Zehntausende den Nato-Gipfel blockieren.

Die Demonstrationsstrecke in Baden-Baden verläuft parallel zu der Straße, auf der die Staats- und Regierungschefs der Nato-Länder vom Flughafen in die Innenstadt fahren wollten. An einer Stelle liegen beide Straßen nur rund 50 Meter voneinander entfernt. Allein in Deutschland sind knapp 15.000 Polizisten zum Schutz des Gipfels im Einsatz.

amz/Reuters/dpa



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Seite 1
Adran, 30.03.2009
1.
Chinesen werden selbstbewusst ohne ende, und rufen das chinesich Jahrtausend aus, nicht zu unrecht.. Russland wird mittlefristig wieder aufsteigen.. Und wir debattieren ob die Nato noch zeitgemäß ist? Bitte.. ich will hier raus ;)
Gandhi, 30.03.2009
2. Nein,
jedenfalls nicht in der alten form. Und wenn die "neue" Form darin besteht, die Wirtschaftsinteressen des Westen global durchzusetzen, dann geschieht dies ohne Legitimation. Doch ohne NATO ist nicht richtig moeglich, alle westlichen Staaten unter einen Hut zu bringen. Daher hat sich Sarko wohl entschlossen wieder ins militaerische Buendnis voll zurueckzukehren. Doch auch das wird der NATO langfristig nicht helfen. Die USA werden wegen der eigenen Finanzlage von den Europaeern mehr verlangen (und damit Einfluss abgeben), viele Europaeer sehen hingegen keinen Sinn mehr in der NATO.
R.Socke 30.03.2009
3.
Zitat von sysopAm Wochenende kommen die Mitgliedsstaaten zu ihrem Gipfel in Straßburg und Baden-Baden zusammen. Zehntausenden wollen dagegen demonstieren. Ist die Nato noch zeitgemäß?
Die NATO hat mit dem Kollaps der Sowjetunion und des Warschauer Pakts seine Existenzberichtigung verloren. Der schier unstillbare Hunger der mit den Regierungen und "Verteidigungs"ministerien verbandelten Waffen- und "Sicherheits"-Industrie nach immer mehr Regierungs(steuer)geldern hat Konsequenzen aus dieser Einsicht erfolgreich verhindert. Wir zahlen, die schießen, kassieren und bedrängen u.a. Russland. Das ist fatal, dämlich und kurzsichtig und wird uns allen auf die Füße fallen - die finanziellen Folgen sind da noch das geringste Problem.
Hans58 30.03.2009
4.
Zitat von sysopAm Wochenende kommen die Mitgliedsstaaten zu ihrem Gipfel in Straßburg und Baden-Baden zusammen. Zehntausenden wollen dagegen demonstieren. Ist die Nato noch zeitgemäß?
DIE NATO, also die NATO zum Zeitpunkt ihrer Gründung, ist nicht mehr zeitgemäß. Man hat das z.B. an dem juristischen Hick-Hack gesehen, der bei dem Beschluss über den Bündnisfall nach Art 5. des NATO-Vertrags anlässlich des 11. September 2001 gemacht wurde. Nur mit Müh' und Not hat man die Terrorangriffe als Angriffe auf einen Bündnispartner konstruieren können. Die NATO, die z.B. derzeit in Afghanistan im Auftrag und auf Beschluss des UN-Sicherheitsrates eine militärische Operation leitet, für deren Dauer der milit. NATO-Kommandostruktur sogar Truppen von Nicht-NATO-Staaten unterstellt sind, zeigt die heutige Ferne vom ursprünglichen Vertragswerk. Ergo, man möge unter dem geschichtlich bewährten Namen NATO eine neue Organisationsform und vor allem ein modernes Vertragswerk schaffen, dieses wie bisher auch mit "Doktrinen" untermauern und damit der NATO ein neues Gesicht verpassen. Ein WESTLICHES Bündnissystem muss es in irgendeiner Form weitergeben! Diejenigen, die jetzt demonstrieren werden, haben in der Masse von der NATO, ihren Regelwerken etc. so viel Ahnung wie die meisten Demonstranten in der jahrelangen Vergangenheit bei vergleichbaren NATO-Veranstaltungen.
sagichned 30.03.2009
5.
Zitat von AdranChinesen werden selbstbewusst ohne ende, und rufen das chinesich Jahrtausend aus, nicht zu unrecht.. Russland wird mittlefristig wieder aufsteigen.. Und wir debattieren ob die Nato noch zeitgemäß ist? Bitte.. ich will hier raus ;)
Wieso sollten chinesen oder russen den westen überfallen und/oder besetzen wollen? Damit sie ihre waren und gas umsonst liefern?
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