Nato-Gipfel Prag Tschechische Polizei verhindert Sprengstoff-Anschlag

Wenige Stunden vor der Ankunft des US-Präsidenten George W. Bush in Prag hat die Polizei unter einem Eisenbahngleis einen Sprengsatz entdeckt. Kampfmittelexperten entschärften die explosive Ladung.


Prag - Die Polizei teilte am Dienstag mit, der Sprengsatz sei unter einem Gleis in den Außenbezirken der tschechischen Hauptstadt gefunden worden. Der Fundort liege nicht in unmittelbarer Nähe des Tagungsortes, wo die Nato sich am Donnerstag und Freitag zu Beratungen treffen wird. Die Behörden reagierten umgehend auf den Fund: Die Sicherheitsvorkehrungen in der Stadt wurden erneut erhöht.

Die Polizei in Prag teilte mit, dass Arbeiter eine Flasche entdeckt hätten, bei der es sich um den Sprengsatz gehandelt habe. Das Gleis sei außerdem angesägt gewesen.

US-Präsident Bush wurde am späten Dienstagabend in Prag erwartet. An dem Gipfel der Nato nehmen Vertreter von 45 Staaten teil. Im Mittelpunkt des Treffens steht die geplante Erweiterung der Allianz.

Tausende Demonstranten haben sich für die Zeit des Gipfels angekündigt. 12.000 Polizisten sollen dafür sorgen, dass die Protestierer das Politikertreffen nicht stören werden.

Der tschechische Präsident Vaclav Havel gab eine Warnung heraus, wonach es trotz der erhöhten Sicherheitsvorkehrungen während des Gipfels zu Anschlägen kommen könne. "Terroranschläge kann es immer und überall geben", sagte er.

In der vergangenen Woche hatte die tschechische Polizei nach eigenen Angaben bereits ein Komplott aufgedeckt, mit dem Extremisten während des Nato-Gipfels in Prag das Stromnetz lahm legen wollten.



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