70-jähriges Jubiläum Großbritannien richtet Nato-Gipfel im Dezember aus

Das erste Nato-Hauptquartier hatte seinen Sitz in London. Nun soll der Gipfel zum 70-jährigen Jubiläum auch dort stattfinden. Zudem ist der Beitritt eines 30. Mitgliedstaates beschlossen worden.

Theresa May mit Nato-Truppen
ESTONIAN DEFENCE FORCES/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

Theresa May mit Nato-Truppen


Die Nato war am 4. April 1949 in Washington von den USA, Frankreich, Großbritannien und neun weiteren westlichen Staaten gegründet worden. Nun steht fest, wer den diesjährigen Jubiläumsgipfel ausrichten darf: Großbritannien empfängt die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten im Dezember in London. Das teilte der Generalsekretär des Verteidigungsbündnisses, Jens Stoltenberg, mit. Die britische Hauptstadt sei ein idealer Tagungsort - auch weil dort das erste Nato-Hauptquartier seinen Sitz gehabt habe.

Neben Großbritannien hatte sich vor allem Estland um die Ausrichtung des Gipfels der Staats- und Regierungschefs bemüht. Zudem ist ein Jubiläumstreffen der Außenminister der noch 29 Mitgliedstaaten in der US-amerikanischen Hauptstadt geplant. Ein genaues Datum für den Gipfel in London nannte Stoltenberg zunächst nicht. Nach Angaben aus Bündniskreisen wird er allerdings wahrscheinlich in der ersten Dezemberhälfte stattfinden.

Demnach wird der Gipfel mehrere Monate nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU stattfinden, der nach bisherigen Planungen Ende März vollzogen werden soll. In der Europäischen Union hatte London den Ausbau der Verteidigungspolitik regelmäßig blockiert, weil es auf die Nato setzt.

Allerdings ist das Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump gespannt. Er hatte die Nato vor seinem Amtsantritt 2017 noch als "obsolet" bezeichnet. Vielen europäischen Verbündeten und insbesondere Deutschland wirft Trump bis heute vor, sich auf Kosten der USA beschützen zu lassen. Er fordert eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf mindestens zwei Prozent der Wirtschaftsleistung.

Aufnahme der künftigen Republik Nordmazedonien beschlossen

Ziel des Gipfels sei es, "die Sicherheitsherausforderungen anzugehen, denen wir uns jetzt und in Zukunft gegenüber sehen", teilte Stoltenberg mit. Es müsse sichergestellt werden, dass sich "die Nato weiter anpasst, um ihre Bevölkerung von fast einer Milliarde Menschen in Sicherheit zu bewahren".

Das Bündnis soll noch weiter wachsen: Am Mittwoch wurde die Aufnahme der künftigen Republik Nordmazedonien beschlossen. Vertreter der 29 Nato-Staaten unterzeichneten gemeinsam mit Außenminister Nikola Dimitrov das sogenannte Beitrittsprotokoll. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg sprach von einem "historischem Ereignis".

Um die Aufnahme des Balkanstaates abzuschließen, müssen damit nur noch die nationalen Ratifizierungsverfahren abgeschlossen werden. Dies dürfte 2020 der Fall sein. Die Nato wird dann 30. Mitglieder haben. Bis dahin wird Mazedonien bereits als Beobachter an fast allen Bündnissitzungen teilnehmen können.

vks/dpa/AFP

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insgesamt 1 Beitrag
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Seite 1
rjb26 06.02.2019
1. gute Wahl zum 70ten
ggf auch weil man unliebsame Berichterstatter oder gar Protest dort locker über Einreiseformalitäten etc komplett ausperren kann.
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