Nato Stoltenberg warnt vor russischen Expansionsplänen

In der Arktis, im Baltikum, im Schwarzen Meer: Russland rüstet laut Nato massiv auf. Die Allianz müsse darauf reagieren, fordert Generalsekretär Stoltenberg.
Wladimir Putin

Wladimir Putin

Foto: Alexander Zemlianichenko/ AP

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat vor russischen Expansionsplänen gewarnt. "Russland versucht, mit militärischen Mitteln einen Einflussbereich aufzubauen", sagte er der "Bild"-Zeitung . Das Bündnis beobachte eine massive russische Aufrüstung an der eigenen Grenze - in der Arktis, im Baltikum, im Schwarzen Meer bis zum Mittelmeer. Darauf müsse die Nato reagieren.

"Die Truppenstationierung im Osten ist eine angemessene Reaktion auf Russlands aggressive Handlungen", sagte Stoltenberg. "Wir wollen unseren Partnern zeigen, dass wir da sind, wenn sie uns brauchen. Und wir wollen potenziellen Angreifern zeigen, dass wir reagieren, wenn sie uns bedrohen."

Die Nato-Verteidigungsminister hatten am Dienstag entschieden, je 1000 Soldaten in Polen, Lettland, Estland und Litauen zu stationieren. Der offizielle Beschluss soll beim Nato-Gipfel am 8. und 9. Juli in Warschau fallen. Stoltenberg sagte in dem Interview auch: "Klar ist, wir wollen keine Konfrontation mit Russland und keinen neuen Kalten Krieg."

Die Regierung in Moskau hatte der Nato vorgeworfen, eine anti-russische Hysterie zu schüren. Es sei "offensichtlich, dass Aussagen über die militärische Bedrohung durch Russland nur dem Ziel dienen, Panik zu erzeugen und das Bild eines heimtückischen Feindes aufrechtzuerhalten, um weiter eine Begründung für kolossale Wehretats zu haben", sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums in Moskau, Igor Konaschenkow.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte vor wenigen Tagen angeordnet, die Mobilmachung der russischen Armee während einer achttägigen Übung zu testen. Dies sei keine Reaktion auf das Nato-Manöver im Baltikum, hieß es von russischer Seite - dort hatte kurz zuvor "Saber Strike" mit 10.000 Soldaten aus 13 Staaten begonnen.

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aar/dpa/AFP/Reuters
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