Militärschläge gegen IS und Kurden Nato lädt zu Türkei-Sondertreffen

Auf Wunsch der Türkei kommen die Nato-Mitglieder zu einem Sondertreffen zusammen. Es geht um die jüngsten Luftangriffe gegen den IS - aber auch gegen Kurden. Einige Bündnispartner dürften Kritik an Ankaras Doppelstrategie äußern.


Wegen der jüngsten Spannungen an der Grenze zu Syrien hat die Türkei die Nato aufgefordert, ein außerordentliches Ratstreffen einzuberufen. Dabei solle über die Militäraktionen in den Nachbarstaaten Syrien und Irak beraten werden, teilte das Außenministerium in Ankara mit.

Tatsächlich will die Nato zu einem Sondertreffen laden. Das Militärbündnis bestätigte, dass ein Treffen aller 28 Mitgliedstaaten am kommenden Dienstag stattfinden werde.

Solche Zusammenkünfte nach Artikel vier des sogenannten "Washington-Vertrags" gehören zur Routine der Allianz: Die Mitglieder dürfen die Bündnispartner für politische Beratungen zusammenrufen.

Meist wird bei den Treffen die aktuelle Lage besprochen - aktuell dürften mehrere Länder wohl Kritik an den Doppelschlägen der Türkei gegen den "Islamischen Staat" (IS) und die Kurden üben.

Am Wochenende hatte die Türkei neben den Extremisten des IS auch Lager der Kurdischen Arbeiterpartei PKK angegriffen. Die PKK hatte den bislang relativ stabilen Waffenstillstand für bedeutungslos erklärt. In Deutschland sorgt der türkische Doppelschlag für deutlichen Unmut.

Wie aus türkischen Sicherheitskreisen verlautete, haben türkische F-16-Kämpfer am Sonntag erneut ein PKK-Lager angegriffen. Die Kampfflugzeuge steuerten Ziele in der nordirakischen Stadt Hakurk an. Sie sollen von der Luftwaffenbasis in Diyarbakir gestartet sein.

Wo das türkische Militär angreift

(Auswahl, da nicht alle Orte bekannt; Stand: 27. Juli)

Quellen: Reuters, AFP, dpa


kry/Reuters



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