Nato-Mission Portugiesische Soldaten verhindern Piratenüberfall

Erfolgreiche Abwehr: Die Besatzung einer portugiesischen Fregatte hat vor der Küste Somalias einen Piratenüberfall auf einen norwegischen Tanker verhindert. Zum ersten Mal entdeckten Nato-Soldaten dabei Sprengstoff.


Nairobi - Der Öltanker "MV Kition" hatte am Freitag nach Nato-Angaben im Golf von Aden um Hilfe gefunkt, nachdem sich ihm ein Boot genähert hatte. Die Männer an Bord hätten Panzerabwehrraketen und Gewehre in die Luft gehalten, woraufhin sich die Norweger von Piraten bedroht gefühlt hätten. Die Nato-Begleitfregatte "Corte-Real" habe den Funkspruch aufgefangen, sei aber 20 nautische Meilen (knapp 40 Kilometer) entfernt gewesen. Deshalb sei ein Hubschrauber von Bord der portugiesischen Fregatte "Corte-Real" losgeflogen.

Als die Piraten den Helikopter sahen, hätten sie beigedreht und seien zu ihrem Mutterschiff gefahren. Die Fregatte habe das Mutterschiff dann verfolgt und später hätten Spezialkräfte an Bord des Piratenschiffs gehen können. Schüsse seien nicht gefallen und niemand sei verletzt worden.

19 Piraten hätten sich ergeben und seien in Gewahrsam genommen worden, sagte Nato-Kapitänleutnant Alexandre Fernandes am Samstag. Nach Rücksprache mit den portugiesischen Behörden seien sie aber wieder freigekommen. Auf dem Piratenschiff sei neben vier Sturmgewehren vom Typ AK-47 und einem Granatwerfer mit neun Granaten erstmals auch hochexplosiver Sprengstoff gefunden worden: vier Stangen mit je 200 Gramm P4A. Mit der Menge könne ein Schiff versenkt werden, sagte Fernandes. Er gehe aber nicht davon aus, dass man nun auf einer neuen Stufe der Gewalt stehe, sagte Fernandes.

Mitte April hatten Scharfschützen der US-Marine drei Seeräuber erschossen, die einen US-Kapitän gefangengenommen hatten. Daraufhin war aus den Reihen der Piraten Rache angekündigt worden, die allerdings auf Franzosen und US-Bürger gemünzt war.

Jedes vor Somalia eingesetzte Nato-Schiff zur Bekämpfung der Piraterie muss beim Umgang mit den Piraten nach den Vorgaben aus seinem jeweiligen Heimatland handeln. Schwer bewaffnete Piraten sind in den vergangenen Monaten in der Region verstärkt aktiv und halten derzeit Dutzende Schiffe mit Hunderten Geiseln in ihrer Gewalt. Wiederholt haben die Seeräuber Lösegeld erpresst.

ler/Reuters/AP



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