Militärallianz Nato-Staaten erfüllten die eigenen Vorgaben nicht

Eine vertrauliches Nato-Dokument, das dem SPIEGEL vorliegt, belegt: Noch vor Kurzem schaffte es kein einziges Mitgliedsland der Allianz, alle militärischen Vorgaben des Bündnisses einzuhalten.

Eurofighter beim Manöver
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Eurofighter beim Manöver

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Im Jahr 2014 erfüllte kein einziges Land sämtliche neun Vorgaben, mit denen die Nato die Bündnisleistungen ihrer Mitgliedstaaten misst. Das geht aus einer vertraulichen Übersicht hervor, die dem SPIEGEL vorliegt.

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Heft 21/2016
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Auf ihrem Gipfel in Wales vor zwei Jahren hatten die Nato-Länder einander versichert, sie würden "darauf abzielen", bis 2024 mindestens zwei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung in die Verteidigung zu stecken. Diese Kennziffer wird jedes Jahr von der Allianz veröffentlicht.

Jedes Land ist zudem verpflichtet, dem Bündnis einen bestimmten Anteil seiner Streitkräfte zur Verfügung zu stellen - zum Beispiel Truppen, Flugzeuge, Schiffe, Landfahrzeuge oder Personal für die Nato-Stäbe. Diese neun Kennziffern, die den Output messen, werden geheim gehalten.

Selbst die USA erfüllten nicht alle Kriterien. Die Vereinigten Staaten rangierten aber mit Großbritannien, Dänemark, Deutschland und Norwegen immerhin in der Spitzengruppe. Rumänien und Litauen schafften keine einzige Vorgabe. Polen, das die Zwei-Prozent-Input-Vorgabe deutlich übererfüllt, lag 2014 beim Output in nur zwei Kategorien im grünen Bereich.

Im vergangenen Jahr schafften demnach nur fünf Länder die Vorgabe: die USA, Estland, Polen, Großbritannien und Griechenland. Deutschland lag mit 1,18 Prozent im Mittelfeld.

Das unterschiedliche Engagement der Mitgliedstaaten wird beim nächsten Nato-Gipfel, Anfang Juli in Warschau, mit auf der Tagesordnung stehen.

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insgesamt 105 Beiträge
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karljosef 21.05.2016
1. Gibt es nicht auch Vorgaben bzgl. der Entwicklungshilfe
http://www.euractiv.de/section/entwicklungspolitik/news/ubersicht-das-0-7-prozent-ziel-in-europa/ Und wieviele dieser Länder erfüllen diese Vorgaben! Nachdenkliche Grüße
Namen werden überbewertet 21.05.2016
2. Was für ein Unsinn
> mindestens zwei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung in die Verteidigung zu stecken. Der Verteidgungsaufwand sollte ja wohl einzig und allein von der Bedrohungssituation abhängen. Dadurch, dass unsere Firmen mehr Umsatz machen, brauchen wir doch keinen einzigen zusätzlichen Panzer.
joG 21.05.2016
3. Wollen wir doch wenigstens.....
....in den nicht öffentlichen Medien direkt sein und dem Fritz sagen, wie es ist. Deutschland hat seit Jahrzehnten seine zugesagten verpflichtungen nicht erfüllt und 2 Prozent des Bip für das Militar ausgegeben. Daher Dich die absolut desolate situation und blamable Einstufung als Trittbrettfahrer
hansriedl 21.05.2016
4. Die Rüstungs Industrie
liegt der NATO am Herzen. Noch mehr Waffen für den Frieden. Die NATO schafft das, in dem sie auch unterentwickelt Länder vom Balkan in ihr Korsett zwingt. Ob ein vor Waffen starrendes Europa für einen Herzinfarkt bei Putin sorgt bezweifle ich. Aber das Ziel der NATO dürfte erstrangig die Spaltung, Europas, wie die totale destabilisation sein. Unsere Eliten nehmen es in kauf, und stehen vor Schreck wie erstarrt vor der Schlange NATO
josho 21.05.2016
5. Aha, Griechenland ist auch...
...bei den Erfüllern der "Vorgaben" der Militärhaushalte. Was sagen denn die griechischen Rentner dazu?
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