Generalsekretär Stoltenberg Nato verzeichnet deutlichen Anstieg von Hackerangriffen

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg zeigt sich besorgt über die steigende Zahl von Hackerangriffen auf Einrichtungen des Bündnisses. Nato-Computer würden rund 500-mal im Monat angegriffen. Dahinter steckten "staatliche Institutionen".
Jens Stoltenberg (Archivbild)

Jens Stoltenberg (Archivbild)

Foto: Olivier Hoslet/ dpa

Die Zahl der Hackerangriffe auf die Nato ist nach Angaben ihres Generalsekretärs Jens Stoltenberg deutlich gestiegen. Im vergangenen Jahr habe es pro Monat durchschnittlich 500 bedrohliche Cyberangriffe auf Einrichtungen der Nato gegeben, die ein intensives Eingreifen von Experten erforderlich machten, sagte Stoltenberg der "Welt" .

Das sei ein Anstieg von 60 Prozent gegenüber dem Jahr 2015. Die meisten dieser Angriffe gingen nicht von Privatpersonen aus, sondern würden "von staatlichen Institutionen anderer Länder gesponsert", so der Nato-Chef. Dies gehe aus dem großen Ressourcenaufwand klar hervor. "Ich bin äußerst besorgt über diese Entwicklung", sagte Stoltenberg.

Die Formulierung Stoltenbergs ähnelt Aussagen von US-Geheimdiensten, die für Computerangriffe während des US-Wahlkampfs ebenfalls staatliche Akteure verantwortlich machten. Die USA schließen aus Indizien, dass es sich bei den Angreifern um russische Hacker gehandelt habe, Beweise dafür gibt es nicht.

Nato-Generalsekretär Stoltenberg sprach sich nun für verstärkte Anstrengungen aus. Cyberabwehr werde beim nächsten Nato-Gipfel eine wichtige Rolle spielen. Cyberangriffe seien potenziell sehr gefährlich, weil sie beispielsweise der Energie- und Gesundheitsversorgung und anderen kritischen Infrastrukturen schaden können, sagte er.

Zudem könnten sie der Verteidigungsbereitschaft der Nato schaden und die bewaffneten Truppen bei ihrer Arbeit beeinträchtigen. Hackerangriffe von einer bestimmten Größenordnung könnten darum einen Bündnisfall nach Artikel 5 auslösen.

cht/Reuters
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