Schutz gegen Chemiewaffen Nato will "Patriot"-Raketen aus der Türkei abziehen

Die Nato könnte die in der Türkei stationierten "Patriot"-Raketen laut SPIEGEL-Informationen noch dieses Jahr abziehen. Nach dem fast kompletten Abtransport der syrischen Chemiewaffen erscheint der Einsatz Deutschland und den anderen beteiligten Nationen schlicht zu aufwendig.
"Patriot"-Abwehrstaffel der Bundeswehr im südtürkischen Kahramanmaras: Abzug geplant

"Patriot"-Abwehrstaffel der Bundeswehr im südtürkischen Kahramanmaras: Abzug geplant

Foto: DPA

Hamburg - Die Nato peilt einen Abzug der "Patriot"-Abwehrraketenbatterien aus der Türkei an. Schon Ende des Jahres soll der Schutzschirm "Active Fence", den die Nato Ende 2012 gegen mögliche Angriffe aus Syrien beschlossen hatte, weichen. Das haben die an der Mission beteiligten Länder USA, Deutschland und die Niederlande nach SPIEGEL-Informationen signalisiert.

Intern wird der Abzug damit begründet, dass der Schutzschirm durch den fast vollständigen Abtransport der syrischen Chemiewaffen überflüssig geworden sei. Der eigentliche Grund ist jedoch die mangelnde Durchhaltefähigkeit der niederländischen und deutschen Soldatenkontingente. In beiden Ländern gibt es nur sehr wenige Spezialisten, die "Patriot"-Batterien bedienen können. Auf lange Sicht ergeben sich durch die Rotation der Soldaten gravierende Engpässe.

Bisher wurde die Idee des Abbruchs des gemeinsamen Einsatzes der drei Nato-Nationen nur sondiert, eine Entscheidung könnte aber bereits beim Gipfel des Bündnisses im September in Wales fallen. Der "Patriot"-Abzug dürfte dem Nato-Partner Türkei kaum gefallen, die dortige Regierung hatte 2012 die symbolische Solidaritätsadresse des Verteidigungspakts vehement eingefordert - nachdem mehrmals Geschosse aus Syrien auf türkischem Boden eingeschlagen waren. Bis heute haben die Radargeräte der "Patriots" jedoch nie Alarm geschlagen.

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