Kritik an Manövern Nato wirft Russland Eskalation in der Ostsee vor

Die Nato hat die Manöver der russischen Luftwaffe in der Ostsee kritisiert. Generalsekretär Jens Stoltenberg wirft Russland vor, die Spannungen zwischen beiden Seiten zu verschärfen.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg
AP/dpa

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg


Vor der Wiederaufnahme direkter Gespräche hat die Nato Russland vorgeworfen, durch riskante Manöver in der Ostsee die Spannungen zwischen beiden Seiten zu verschärfen. Bei der jüngsten Annäherung russischer Kampfflugzeuge an US-Schiffe und -Flugzeuge handele es sich um "unprofessionelles und unsicheres Verhalten", sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg.

Wegen der Ukraine-Krise fanden im Nato-Russland-Rat seit Juni 2014 keine Gespräche mehr statt. Am Mittwoch soll in Brüssel nun erstmals wieder ein Treffen auf Botschafterebene stattfinden.

Die Manöver seien aber auch ein Grund mehr, die Gespräche wieder aufzunehmen, sagte Stoltenberg. Dialog sei gerade "in schwierigen Zeiten und bei großen Spannungen" wichtig.

Russische Kampfflugzeuge hatten sich nach US-Angaben vergangene Woche wiederholt in "aggressiver" Weise dem Kriegsschiff "USS Donald Cook" in der Ostsee genähert. Washington wirft Russland zudem vor, ein US-Aufklärungsflugzeug auf "gefährliche" Weise abgefangen zu haben. Russland wies die Vorwürfe zurück. Die russischen Jets hätten alle Sicherheitsvorschriften eingehalten, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau.

Der Nato-Russland-Rat war gut ein Jahrzehnt nach dem Ende des Kalten Krieges am 28. Mai 2002 ins Leben gerufen worden. Ziel ist eine gegenseitige Information der Militärmächte und die Abstimmung gemeinsamer Vorhaben.

Weitere Themen des Treffens werden die Ukraine-Krise und Afghanistan sein. Laut Stoltenberg strebt die Nato weder einen neuen Kalten Krieg noch ein Wettrüsten mit Russland an. Vielmehr habe das Militärbündnis mit der Verstärkung seiner Truppen in Osteuropa auf die russische Aggression in der Ukraine reagiert. Die Regierung in Moskau kritisiert dagegen die verstärkte Präsenz von Nato-Truppen in Osteuropa als Gefahr für die Sicherheit Russlands.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier begrüßte die Wiederaufnahme der Gespräche. Er rechne wegen der anhaltenden Ukraine-Krise aber nicht mit einem einfachen Zusammentreffen. Die Erwartungen dürften nicht zu hoch angesetzt werden. Das Treffen sei jedoch "ein Wert an sich".

asa/AFP/Reuters



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Seite 1
gerdman 19.04.2016
1. Nato
Generalsekretär in der NATO ist kein besonderes Amt. Dieses Amt hat eher repräsentative Aufgaben. Dazu gehören auch Reden. Militärisch bedeutend in der NATO sind die Generale.
gerdman 19.04.2016
2. Nato
Generalsekretär in der NATO ist kein besonderes Amt. Dieses Amt hat eher repräsentative Aufgaben. Dazu gehören auch Reden. Militärisch bedeutend in der NATO sind die Generale.
weltenbummler2015 19.04.2016
3.
Russland ist ein Ostseeanrainerstaat und ein europäisches Land. Die anderen Europäer, v.a. die der EU, sollten dies bedenken, und sich nicht weiter von den USA bevormunden lassen. Der innereuropäische Frieden sollte für uns Priorität haben.
Ateles 19.04.2016
4. So so
Zitat von weltenbummler2015Russland ist ein Ostseeanrainerstaat und ein europäisches Land. Die anderen Europäer, v.a. die der EU, sollten dies bedenken, und sich nicht weiter von den USA bevormunden lassen. Der innereuropäische Frieden sollte für uns Priorität haben.
Als Anrainerstaat der Ostsee hat man also das Recht Scheinangriffe auf Schiffe in internationalen Gewässern zu fliegen? Man lernt nie aus... http://www.reuters.com/article/us-usa-russia-simulatedattack-idUSKCN0XA1UW
Lea S. 19.04.2016
5.
Zitat von gerdmanGeneralsekretär in der NATO ist kein besonderes Amt. Dieses Amt hat eher repräsentative Aufgaben. Dazu gehören auch Reden. Militärisch bedeutend in der NATO sind die Generale.
Er ist halt ein Sekretär,. der lieber General sein würde.
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