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24. Juni 2013, 06:43 Uhr

Kranker Nobelpreisträger

Nelson Mandela in kritischem Gesundheitszustand

Südafrika sorgt sich um das Leben seiner Ikone: Nelson Mandela geht es schlecht, nach Angaben der Ärzte ist sein Gesundheitszustand jetzt wieder kritisch. Der 94-Jährige leidet an den Folgen einer schweren Lungenentzündung.

Pretoria - Der Gesundheitszustand des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela hat sich verschlechtert. Die Lage des 94-Jährigen sei kritisch, teilte das Präsidialamt am Sonntagabend in Pretoria mit.

Der amtierende Präsident Jacob Zuma sei bei einem Besuch am Krankenbett des Ex-Staatschefs von den Medizinern entsprechend informiert worden. "Die Ärzte tun alles ihnen Mögliche, damit sich sein Zustand verbessert, und sie versichern, dass er gut betreut wird und sich wohlfühlt. Er ist in guten Händen", erklärte Zuma.

Mandela liegt seit mehr als zwei Wochen mit Lungenproblemen in einem Krankenhaus in Pretoria. In der vergangenen Woche hatten Angehörige noch berichtet, dass Mandela auf die Behandlung seiner Lungenentzündung anspreche. Am Wochenende sei der Zustand des Friedensnobelpreisträgers jedoch wieder schlechter geworden.

Obama reist nach Südafrika

Mandelas Lungenprobleme reichen in seine Zeit als politischer Gefangener zurück, als er an Tuberkulose erkrankte. Er war 27 Jahre lang inhaftiert, den Großteil davon im berüchtigten Gefängnis auf Robben Island. Erst 1990 kam er frei und wurde vier Jahre später nach den ersten freien Wahlen erster schwarzer Präsident Südafrikas. Damit war das Ende des Apartheidregimes besiegelt. Mandela ebnete den Weg zur Aussöhnung von Schwarzen und Weißen in seinem Heimatland. Als Staatschef trat Mandela 1999 zurück. Sein letzter öffentlicher Auftritt fand im Jahr 2010 während der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika statt. Seit Monaten bereitet die Regierung in Pretoria das Volk auf den nahenden Tod der ANC-Legende vor.

Die US-Regierung in Washington zeigte sich besorgt über den Zustand Mandelas. "Wir sind in unseren Gedanken und Gebeten bei ihm und seiner Familie", sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Caitlin Hayde. Im Weißen Haus verfolge man die Entwicklung genau. Barack Obama bricht Ende der Woche zu einer Afrikareise auf, die ihn auch nach Südafrika führen wird.

syd/dpa/Reuters

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