Nepal Hunderte maoistische Kämpfer getötet

Es ist das größte Blutbad in der jüngeren Geschichte Nepals: Bei Luftangriffen im Westen des Himalaja-Königreichs töteten nepalesische Streitkräfte Hunderte maoistische Rebellen.


Bewaffnete nepalesische Streitkräfte in Katmandu
AP

Bewaffnete nepalesische Streitkräfte in Katmandu

Katmandu - "Die genaue Zahl steht noch nicht fest. Sicher ist, dass eine große Zahl von Maoisten, mehrere hundert, gestern (Sonntag) in Operationen getötet wurden, die bis heute andauerten", sagte der Sprecher des Ministerpräsidenten, Achhyut Wagle.

Ziel der Angriffe waren die Rebellenhochburgen in den Bezirken Rolpa und Pyuthan im Westen des Landes. Die Regierungsoffensive hatte offenbar schon am Donnerstag begonnen. Seitdem hatten die Behörden den Tod von mehr als 350 Rebellen bei Kämpfen gemeldet. Die eigenen Verluste wurden mit vier Mann angegeben.

Ministerpräsident Sher Bahadur Deuba brach am Sonntag zu einer Reise nach Großbritannien und den USA auf. Bei seinen Gesprächen mit dem britischen Premierminister Tony Blair und US-Präsident George W. Bush will er um alle Formen von Hilfe bis auf die Entsendung ausländischer Soldaten bitten, sagte Wagle. Gewünscht würden Waffen und Munition, insbesondere Kampfhubschrauber.

Schon seit 1996 kämpfen die Rebellen für die Abschaffung der Monarchie und für durchgreifende Landreformen in Nepal. Mehr als 3000 Menschen kostete dies bis jetzt das Leben. Die Untergrundkämpfer sind in 29 der 75 Bezirke des Landes aktiv. In den vergangenen Wochen hatten sie den Regierungstruppen schwere Verluste zugefügt. Dabei hatten sie auch modernes Kriegsgerät wie Maschinengewehre und Raketenwerfer erbeutet.



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