Nervengas 2000 Liter Sarin vernichtet

Die US-Streitkräfte haben etwa 2000 Liter des tödlichen Nervengases Sarin aus ausrangierten C-Waffen zerstört. Es war die erste größere Kampfstoff-Vernichtung in einer neuen Verbrennungsanlage in einem dicht besiedelten Gebiet von Alabama.

Anniston - Gegen die Inbetriebnahme der Anlage auf dem Heeresstützpunkt Anniston hatten Bürgergruppen protestiert. Sie bezweifeln die Sicherheit der Aktion. Bisher sind C-Waffen auf dem hawaiianischen Johnston-Atoll und in der Wüste von Utah vernichtet worden. Ein Armeesprecher sagte, die Verbrennung in Anniston sei ohne Probleme verlaufen. Das nächste Anfahren der Anlage sei nach neuer "Feinabstimmung" für Ende des Monats geplant.

Im Umkreis von 15 Kilometern um Anniston leben nach Schätzung des Heeres 72.600 Menschen. In den Bunkern des Depots lagern 2.254 Tonnen Raketen, Artilleriegranaten, Minen und Container mit C-Waffen.

Die alten und militärisch nicht mehr verwendbaren chemischen Waffen stammen zum Teil noch aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie sind mit Senfgas, Sarin und VX-Kampfstoffen gefüllt, die nach dem internationalen C-Waffen-Abkommen vernichtet werden müssen.

Die Heeresleitung schätzt, dass es vier Jahre dauern wird, die in Anniston gelagerten C-Waffen zu vernichten. Sie hat eingeräumt, dass es auf dem Johnston-Atoll und in Tooele 14 Zwischenfälle gegeben habe, bei denen geringe Mengen von Nervengas austraten. Eine Gefährdung von Menschen sei davon nicht ausgegangen.

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