Umstrittener Washington-Besuch Netanyahu bemüht sich um Schadensbegrenzung

Israels Regierungschef Netanyahu hat seinen umstrittenen USA-Besuch begonnen - und gibt sich erst einmal zahm. Seine Rede vor dem Kongress sei wirklich keine "Respektlosigkeit" gegenüber Präsident Obama.
Netanyahu bei Aipac: "Unsere Freundschaft ist stark"

Netanyahu bei Aipac: "Unsere Freundschaft ist stark"

Foto: Pablo Martinez Monsivais/ AP/dpa

Washington - Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu will seine Rede vor dem US-Kongress nicht als Angriff auf Präsident Barack Obama verstanden wissen. Die Rede am Dienstag sei nicht als "Respektlosigkeit" gegen Obama gemeint, sagte Netanyahu am Montag vor der proisraelischen Lobby-Organisation Aipac in Washington. Er sei dankbar für alles, was Obama für Israel getan habe.

Seine Entscheidung, vor dem versammelten Kongress zu sprechen, war zuvor auf Kritik gestoßen und teils als Affront gegen Obama gewertet worden. Obama wird nicht mit Netanyahu zusammentreffen, weil die Rede nicht mit ihm abgesprochen war und der Besuch in Washington zudem nur zwei Wochen vor den Wahlen in Israel stattfindet.

Netanyahu stritt eine Krise in den Beziehungen zu den Vereinigten Staaten ab. "Unsere Allianz ist intakt, unsere Freundschaft ist stark", so der Premier bei der Aipac-Jahrestagung. "Israel und Amerika sind mehr als Freunde, sie sind eine Familie, beinahe Mischpoke." Netanyahu betonte, es habe in der Vergangenheit schon mehrfach Differenzen zwischen Washington und Jerusalem gegeben. Diese hätten der Allianz aber nicht geschadet.

Mit Blick auf den jahrelangen Streit um das iranische Atomprogramm warnte Netanyahu, dass ein Iran mit Atomwaffen das Überleben Israels gefährden könne. Er betrachtet die Verhandlungen, die unter anderem Washington und Deutschland mit Teheran führen, mit Skepsis. Diese dürfte er auch vor dem Kongress äußern - es wäre ein deutliches Statement gegen den außenpolitischen Kurs Obamas, der weiter auf Diplomatie setzt.

fab/dpa/AFP
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