"Neue Ära" Erzfeinde Indien und Pakistan nähern sich an

Es waren die ersten Gespräche zwischen den verfeindeten Nachbarländern seit einem Jahr: Indien und Pakistan wollen mehr Handel treiben, gemeinsam gegen Terrorismus kämpfen und die Friedensgespräche fortsetzen - ein Erfolg für Islamabads junge Außenministerin, die von einer "neuen Ära" sprach.
Indiens Außenminister Krishna und seine pakistanische Kollegin Khar: "Neue Ära"

Indiens Außenminister Krishna und seine pakistanische Kollegin Khar: "Neue Ära"

Foto: Harish Tyagi/ dpa

Neu Delhi - Gerade frisch im Amt, stand Pakistans neuer Außenministerin Hina Rabbani Khar gleich ein historisches Treffen bevor: Erstmals seit einem Jahr haben die Außenminister Indiens und Pakistans wieder Gespräche geführt, die dem Friedensprozess zwischen den traditionellen Rivalen neuen Schwung geben sollen.

Die erste Annäherung verlief offenbar überraschend positiv: Die indische Regierung sprach von einer leichten Annäherung zwischen den zerstrittenen Atommächten. Indiens Außenminister S.M. Krishna sagte nach dem Treffen in Neu Delhi, sie seien nun "auf dem richtigen Weg".

Die beiden Nachbarstaaten hätten sich darauf verständigt, einige Handels- und Reisebeschränkungen zu lockern, sagte Krishna. Außerdem wollten sie beim Kampf gegen den Terrorismus stärker zusammenarbeiten und den Friedensdialog fortsetzen. "Dies ist in der Tat eine neue Ära der bilateralen Zusammenarbeit der beiden Länder", sagte Khar.

Die gute Bilanz der Außenminister nährt die Hoffnung auf mehr Stabilität in der Region. Indien und Pakistan haben seit der Teilung des Subkontinents 1947 drei Kriege gegeneinander geführt. Zwei der bewaffneten Konflikte wurden durch den Streit um die geteilte Kaschmir-Region ausgelöst, die von beiden Seiten beansprucht wird.

Der Friedensprozess begann 2004, geriet jedoch durch die blutigen Anschläge im indischen Mumbai mit 166 Toten im Jahr 2008 ins Stocken. Indien macht pakistanische Islamisten für die Tat verantwortlich. Pakistan wies die Vorwürfe stets zurück. Beide Länder hatten dann im Februar die Wiederaufnahme der Friedensgespräche angekündigt, die aber wegen gegenseitiger Vorhaltungen und tiefen Misstrauens zunächst nicht vorankamen.

"Wir haben noch einiges an Strecke zu überwinden, aber mit einer offenen Geisteshaltung und einem konstruktiven Ansatz (...) können wir sicher unser gewünschtes Ziel erreichen", sagte der 79 Jahre alte Krishna. Seine 45 Jahre jüngere pakistanische Kollegin Khar, die erst seit vergangener Woche im Amt ist, stellte eine "veränderte Denkweise" fest, die den Friedensdialog in einen "ununterbrochenen und nicht zu unterbrechenden" Prozess verwandelt habe.

"Eine neue Generation von Indern und Pakistanern wird eine Beziehung sehen, die sich hoffentlich sehr von der unterscheidet, die wir in den vergangenen beiden Jahrzehnten erlebt haben", sagte Khar.

lgr/AFP/Reuters
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