Kämpfe in der Ostukraine Ukraine wirft Russland neue Aggression vor

Es sind schwere Vorwürfe: Die Ukraine bezichtigt russische Militärs, als Separatisten verkleidet eine neue Front in der Ostukraine eröffnet zu haben. Man kämpfe gegen aus dem Nachbarland eingerollte Panzer und Militärfahrzeuge, hieß es.
Russische Soldaten nahe der ukrainische Grenze: Welches Spiel treibt Moskau?

Russische Soldaten nahe der ukrainische Grenze: Welches Spiel treibt Moskau?

Foto: ALEXANDER DEMIANCHUK/ REUTERS

Berlin/Kiew - Die ukrainische Regierung wirft Russland die Eröffnung einer neuen Front im Krieg mit den Separatisten im Osten des Landes vor. Als Rebellen verkleidete russische Kräfte hätten mit zehn Panzern und zwei gepanzerten Mannschaftswagen im Südosten die Grenze zur Ukraine überschritten, erklärte ein Sprecher der ukrainischen Streitkräfte am Montag in Kiew. Diese Kräfte wollten eine zweite Front gegen die Regierungstruppen eröffnen.

Nach Angaben regierungsnaher Milizen drangen Dutzende Panzerwagen über die Grenze vor. Die Kolonne bestehe aus rund 50 Fahrzeugen, sagte ein Milizkommandeur. Sie hätten die Grenze nahe der Stadt Nowoasowsk überquert, die meisten seien auf dem Weg in den Ort Mariupol. Den ukrainischen Streitkräfte zufolge kam es nahe Nowoasowsk zu Gefechten mit Regierungstruppen. Grenzschützer hätten die Kolonne kurz vor der Stadt aufgehalten.

Separatistenführer Andrej Purgin wies Berichte über Verstärkung aus Russland zurück. Auch der russische Außenminister Sergej Lawrow sagte, Moskau habe weder Kämpfer noch Kriegsgerät über die Grenze geschickt.

Die Küstenstadt Mariupol in der Region Donezk liegt etwa 50 Kilometer von der ukrainisch-russischen Grenze entfernt und rund 110 Kilometer südlich der Stadt Donezk, einer Hochburg der prorussischen Separatisten. Mariupol ist ein wichtiger Standort der ukrainischen Metallindustrie. In den vergangenen Monaten befand sich die Stadt unter der Kontrolle der Regierung. Die örtlichen Behörden riefen am Montag zur Ruhe auf.

In der Ostukraine liefern sich die Armee und prorussische Separatisten seit Monaten heftige Kämpfe. Zuletzt hatte Russland gegen den Willen der Regierung in Kiew einen Hilfskonvoi in die Ukraine geschickt, wo prorussische Rebellen die Städte Luhansk und Donezk unter Kontrolle halten. Russland kündigte am Montag an, einen zweiten Konvoi losschicken zu wollen.

flo/AFP/Reuters