Neue Milzbrand-Fälle US-Repräsentantenhaus geschlossen

Bei 31 Mitarbeitern des demokratischen Mehrheitsführers im Senat, Tom Daschle, sind Spuren des Milzbranderregers nachgewiesen worden. Die Sporen wurden offenbar durch die Belüftungsanlage verbreitet. Auch im Büro des New Yorker Gouverneurs in Manhatten wurden Milzbrand-Spuren gefunden.


Das US-Parlament in Washington: Mit Milzbrand verseucht?
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Das US-Parlament in Washington: Mit Milzbrand verseucht?

Washington/New York - Keiner seiner Mitarbeiter sei positiv auf Milzbrand gestetet worden, sagte George Pataki, der Gouverneur des Bundesstaates New York am Mittwoch. In einem Büroraum, der von seinen Sicherheitskräften benutzt werde, seien jedoch Spuren des Erregers gefunden worden. Seine Büros in Manhatten blieben nun bis Montag geschlossen, um weitere Tests durchzuführen, sagte Pataki.

Der US-Kongress in Washington wurde unterdessen bis Dienstag für weitere Untersuchungen geschlossen. Bei der Untersuchung der Räume wurden Milzbrandsporen in der Belüftungsanlage des Senats gefunden. Alle 29 Betroffenen werden zurzeit mit Antibiotika behandelt. Wie der Präsident des Repräsentantenhauses, Dennis Hastert, weiter bekannt gab, sei allen Mitarbeitern erlaubt worden, das Gebäude im Laufe des Tages zu verlassen und erst am Dienstag wiederzukehren.

Daschles Büro hatte am Montag einen Brief mit den gefährlichen Erregern erhalten. Nach Angaben von Experten handelte es sich um eine "äußerst starke" und möglicherweise sogar "waffentaugliche" Form des Erregers.

Die Sporen seien so fein gemahlen, dass sie sich im Senatsgebäude unbemerkt durch die Luft verteilen könnten, berichtete die "New York Times". Der frühere Uno-Waffeninspektor im Irak, Richard Spertzel, sagte im Fernsehsender ABC, er kenne nur fünf Wissenschaftler in den USA, die in der Lage seien, ein so "hoch entwickeltes" Sporenmaterial herzustellen.

Das FBI veröffentlichte am Dienstag erstmals Fotos des Briefes an Daschle. Die ungelenke Anschrift in Druckbuchstaben erinnert stark an einen ähnlichen Brief, der bei dem NBC-Starmoderator Tom Brokaw eingegangen war. Beide enthielten antisemitische Parolen und wurden in Trenton im Bundesstaat New Jersey aufgegeben. Allerdings könne bislang keine Verbindung zum organisierten Terrorismus nachgewiesen werden.



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