New York Bürgermeister-Kandidat Weiner räumt weitere Nacktbilder ein

Erst gab er sich geläutert, dann machte er offenbar weiter: Erneut sind sexuell explizite Fotos aufgetaucht, die der US-Politiker Anthony Weiner an eine Frau geschickt haben soll. Von seiner Kandidatur für das Amt des New Yorker Bürgermeisters will er aber nicht abrücken.

Skandalpolitiker Weiner mit Ehefrau: "Das alles liegt hinter mir"
AP/dpa

Skandalpolitiker Weiner mit Ehefrau: "Das alles liegt hinter mir"


New York - Er hatte es schon angekündigt: "Es ist sehr wahrscheinlich, dass weitere Bilder und Texte an die Öffentlichkeit gelangen", hatte Anthony Weiner verkündet, nachdem er vor zwei Jahren über einen Sexskandal gestolpert war. Der demokratische Kongressabgeordnete hatte sexuell explizite Fotos an weibliche Fans geschickt - und trat schließlich von seinem Amt zurück. Nun kandidiert er für den Posten des Bürgermeisters von New York. Und seine Prophezeiung hat sich erfüllt.

Bei einer Pressekonferenz in New York räumte der 48-Jährige am Dienstag ein, auch nach seiner öffentlichen Läuterung noch Fotos mit einer Frau ausgetauscht zu haben, die er online kennengelernt hatte. Erneut beteuerte Weiner: "Das alles liegt hinter mir". Er werde daher auch nicht von seiner Bürgermeisterkandidatur zurücktreten.

Weiners Frau Huma Abedin, eine langjährige Beraterin von Hillary Clinton, stellte sich demonstrativ hinter ihn. "Es war keine einfache Entscheidung, aber ich habe mich entschieden, in dieser Ehe zu bleiben", sagte sie in der Pressekonferenz. "Ich liebe ihn. Ich habe ihm vergeben."

Die neuen Fotos waren am Montag auf der Webseite "The Dirty" veröffentlicht worden. Die Adressatin gab an, die Bild- und Chat-Affäre habe 2012 begonnen und ein halbes Jahr gedauert. Weiner erwiderte auf die Frage eines Reporters nach dem Beginn der Affäre: "Irgendwann im Sommer letzten Jahres" - also ein Jahr, nachdem die ersten Bilder auftauchten.

Damals hatte Weiner alles abgestritten, bis er nicht mehr abstreiten konnte. Dann der Rücktritt, zwei Jahre später das Comeback. Das begann mit einer akribisch eingefädelten Wiedergutmachungskampagne, einschließlich eines Offenbarungseids im "New York Times Magazine". In einer langen Coverstory plauderten Weiner und seine Ehefrau da über die Twitter-Affäre: "Zorn und Wut und Schock" - so erinnerte sich Abedin an ihr damaliges Gefühlschaos.

Weiner musste daraufhin viel Spott über sich ergehen lassen, ließ sich aber nicht beirren und hielt an seiner Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters von New York fest. Das Rennen um die Nachfolge von Bürgermeister Mike Bloomberg soll im November entschieden werden, die Vorwahl ist auf September terminiert. In Umfragen zur Wahl hatte Weiner zuletzt mit an der Spitze gelegen.

vks/AP



insgesamt 20 Beiträge
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spon-facebook-10000025701 24.07.2013
1. Bürgermeister
New York braucht einen schwarzen Bürgermeister.
r.g.schlappohr 24.07.2013
2. Zufall?
Ein treffender Name bei entsprechender Aussprache!
Simoneke 24.07.2013
3.
Warum wird hier über soetwas berichtet?
staubtuch 24.07.2013
4. Die Segensboten aus dem gelobten Land (
Ist doch cool und vor allem modern, was dieser Politiker in der Vergangenheit gemacht hat. Den würde ich wählen! Viel cooler als dieser unsägliche Bloomberg.
till2010 24.07.2013
5.
Seltsamer Vogel, ich denke mal er "hat nicht alle Latten am Zaun". Seine Frau sollte sich mal fragen was sie denn an ihm liebt. Warscheinlich von ihm bloßgestellt zu werden. Ist der Typ peinlich, und auch noch so blöd wieder zu kandidieren. Ein Paradebeispiel für Geschmacklosigkeit. Erinnert mich an Bill Clinton und die Zigarrengeschichte... Tja, die Amis und die Italiener habens echt drauf sich lächerlich zu machen (und haben auch noch Spaß dabei).
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