Neue Schikane in Simbabwe Opposition wirft Mugabe-Helfern Autoklau vor

Angriffe auf Diplomaten, Arbeitsverbot für Hilfsorganisationen, Einschüchterung der Opposition: Simbabwes Präsident Mugabe greift im Wahlkampf zu neuen Schikanen. Nun sollen seine Helfer das gepanzerte Auto seines Rivalen Tsvangirai entwendet haben, das diesen vor Anschlägen schützen sollte.


Hamburg - Mysteriöser Autoschwund im Fuhrpark des simbabwischen Oppositionsführers Morgan Tsvangirai: Dem Politiker steht sein gepanzertes Fahrzeug nicht mehr zur Verfügung. Seine Anhänger werfen der Regierungspartei vor, hinter dem Verschwinden des Wagens zu stecken, der vergangene Woche von Polizisten beschlagnahmt wurde. Doch nicht nur das: Nach Informationen der britischen Zeitung "Independent" fahren nun Regierungsbeamte damit.

Oppositionsführer Tsvangirai: Gepanzerter Wagen entwendet
AFP

Oppositionsführer Tsvangirai: Gepanzerter Wagen entwendet

Dem Bericht zufolge sagte der Sprecher der Bewegung Demokratischer Wandel, Nqobizitha Mlilo, der BMW X5 sei am 6. Juni eingezogen worden, als Morgan Tsvangirai stundenlang in der Polizeistation von Esigodini festgehalten wurde. "Wir wissen nicht, wer genau in dem Auto sitzt, aber eine Gruppe von Mitgliedern der Zanu-Partei fuhr den Wagen während der Wahlen in der Gegend von Beitbridge und Lupane", wird der Sprecher zitiert.

Der Wagen mit südafrikanischem Kennzeichen sei offiziell wegen angeblicher Meldeangelegenheiten aus dem Verkehr gezogen worden. Er wurde dem ehemaligen Gewerkschaftsführer Tsvangirai erst vergangene Woche gestellt, nachdem Berichte über Morddrohungen gegen ihn bekannt wurden.

Die umstrittene Stichwahl zwischen Tsvangirai und Präsident Robert Mugabe ist für den 27. Juni geplant. Doch die Bewegung Demokratischer Wandel sieht laut "Independent" immer größer werdende Hürden für den Wahlkampf. Der "bizarre Wagenklau" ist laut Mlilo nur die Spitze des Eisbergs.

fat



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